Irak: 25 Tote bei Beerdigung
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Irak: 25 Tote bei Beerdigung

Bei einem Bombenanschlag auf eine Trauergesellschaft im Nordirak sind am Sonntag mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 50 wurden nach Angaben der US-Streitkräfte verletzt.

Das mit Sprengstoff beladenes Auto explodierte in der Stadt Tal Afar, 150 Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt.

Die Trauerfeier galt einem Funktionär der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Sayed Talib Sayed Wahab, der am Samstag in Mossul erschossen wurde. Ein Sprecher der KDP sagte, es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, was die US-Streitkräfte nicht bestätigten.

Der Anschlag war der schwerste einer Serie von Gewalttaten, die sich zumeist gegen Polizei- und Armeepatrouillen richteten. Unter den mehr als 100 toten waren auch viele einfache Bewohner von Städten und Dörfern. Vier Autobombenanschläge gab es allein am Sonntag in Bagdad, dabei wurden fünf Iraker getötet. Ein Kontrollposten der Polizei in Bagdad wurde am Sonntag mit Maschinengewehren und Granatwerfern angegriffen, fünf Polizisten wurden dabei getötet. Kurz darauf explodierte in einem anderen Viertel Bagdads eine Bombe, die vier Menschen in den Tod riss. Angegriffen wurde am Samstag auch das Büro eines sunnitischen Parteienbündnisses, das eine Beteiligung an der Regierung erwägt.

Auch ein Ausländer wurde wieder im Irak entführt, wie aus einem am Sonntag verbreiteten Video hervorgeht. Der in den USA lebende Australier wurde demnach von der Organisation Schura-Rat der Mudschahedin im Irak entführt, die für zahlreiche Anschläge auf irakische und amerikanische Truppen verantwortlich gemacht wird. Der 63-jährige Douglas Wood forderte in dem Video um sein Leben zu retten, den Abzug aller ausländischen Truppen.

Mehr als ein halbes Jahr nach der Entführung der CARE-Direktorin im Irak, Margaret Hassan, wurden südlich von Bagdad mehrere Verdächtige festgenommen. Bei einer Razzia seien Kleidung und Dokumente gefunden worden, die vermutlich Hassan gehörten, teilte das britische Aussenministerium mit. Nach irakischen Angaben sollen die Festgenommenen ihre Beteiligung an der Entführung bestätigt haben.

Hassan war am 19. Oktober in Bagdad entführt worden und wurde vermutlich ermordet. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Der arabische Fernsehsender Al Dschasira erhielt aber Videoaufnahmen von der Erschiessung einer Frau, bei der es sich nach Einschätzung der britischen Regierung vermutlich um die CARE-Direktorin handelte. Die Organisation stellte nach Hassans Entführung ihre Arbeit im Irak ein.

Die Nachbarstaaten des Iraks beschlossen auf einer Aussenministerkonferenz in Istanbul eine engere Zusammenarbeit, zu der auch schärfere Grenzkontrollen und ein besserer Austausch von Geheimdienstinformationen gehören. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, die Stabilität des Iraks sei für die Nachbarstaaten von grosser Bedeutung.

In der Abschlusserklärung des Aussenministertreffens in Istanbul zeigten sich die Nachbarstaaten äusserst besorgt, dass die Gewalt und die ethnischen Konflikte auf ihre Länder übergreifen könnten. An der Konferenz nahmen die Türkei, Jordanien, Syrien, Kuwait, der Iran, Saudi-Arabien und Ägypten teil. (dapd)

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