Irak: 5000 Dollar für getöteten Schweizer

Aktualisiert

Irak: 5000 Dollar für getöteten Schweizer

Die USA haben vorgeschlagen, für den Tod des schweizerisch-irakischen Doppelbürgers Salah Jmor eine Kompensation von 5000 Dollar zu bezahlen.

Die Familie wies das Angebot als «unanständig» zurück. Das Schreiben der US-Botschaft in Bagdad sei dem Schweizer Verbindungsbüro per E-mail zugestellt worden, sagte der Anwalt der Witwe, Robert Assaël, der Nachrichtenagentur sda am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht in der Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève».

Assaël betonte, auch das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe ihm in einem Brief geschrieben, dass der vorgeschlagene Betrag «in diesem Fall ganz klar ungenügend» erscheine.

Gemäss Assaël verlangt Taban Jmor, dass die «ganze Wahrheit» ans Licht kommt und die Amerikaner ihre Verantwortung für den Tod ihres Mannes auf sich nehmen. Das US-Angebot sei für sie «schockierend»

Vollständige Aufklärung verlangt

Auch das EDA erwartet immer noch eine vollständige Aufklärung der US-Behörden über den Tod von Jmor im Juni dieses Jahres. «Sollte die Untersuchung ergeben, dass die USA verantwortlich für die Tat sind, muss die Frage der Entschädigung auf dem normalen zivilen Weg abgeklärt werden», sagte EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat auf Anfrage.

Ein US-Militäroffizier hatte jedoch bereits im März gegenüber der «Seattle Times» betont, dass die USA auch im Falle einer Entschädigung nicht automatisch eine Schuld anerkennten.

Die Schweizer Behörden sind bei der amerikanischen Regierung bereits mehrere Male vorstellig geworden. Die Familie Jmor hingegen habe bisher nicht direkt, sondern nur über das EDA Kontakt mit Washington gehabt, sagte der Anwalt.

Die Unterstützung des EDA habe Taban Jmor als «mitfühlend und entschlossen» empfunden. EDA-Chefin Michline Calmy-Rey habe sich in einem Schreiben sogar persönlich gemeldet. Assaël klärt nun ab, ob er die Affäre vor ein amerikanisches Gericht bringen will.

(sda)

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