Aktualisiert 09.07.2006 12:41

Irak: Bewaffnete erschiessen 40 Menschen

Beim bislang schwersten Ausbruch von Gewalt zwischen unterschiedlichen Religionsgruppen in Bagdad haben Bewaffnete am Sonntag mindestens 40 Menschen getötet, darunter auch Kinder.

Der Vorfall habe sich im sunnitischen Viertel der Hauptstadt ereignet, hiess es in Kreisen von Polizei und Innenministerium übereinstimmend. Die Bewaffneten hätten gewütet und auf die Bewohner gefeuert.

Augenzeugen schlossen nicht aus, dass die Übergriffe eine Vergeltung für die Angriffe auf eine schiitische Moschee in einem sunnitischen Bezirk vom Samstag seien, bei denen drei Menschen getötet und 19 verletzt worden seien.

Die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten im Irak haben sich in den vergangenen Monaten drastisch verschärft und das Land an den Rand eines Bürgerkriegs geführt.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki bemüht sich intensiv darum, die Spannungen zwischen den unter dem gestürzten Machthaber Saddam Hussein dominierenden Sunniten und der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten abzubauen.

Zugleich hat er erklärt, die Milizen im Land auflösen zu wollen, die nach Ansicht von Experten eine zunehmende Gefahr für seine Regierung der nationalen Einheit darstellen.

Das Innenministerium teilte weiter mit, acht Personen seien am Sonntag an einem gefälschten Kontrollpunkt erschossen worden. Soldaten der USA und aus dem Irak riegelten die Gegend ab.

Festnahmen

In der Ortschaft Scharifijah, rund 50 Kilometer westlich von Kirkuk nahm die irakische Armee die Nummer Zwei der rakikalen Gruppierung Islamische Armee im Irak fest. Der Zugriff auf Ali Nadschm Abdallah, der auch Abu Huteifa genannt wird, sei am Morgen erfolgt, sagte ein Militärsprecher am Sonntag. Es habe keine Verletzten gegeben.

Die Islamische Armee hatte in der Vergangenheit die Verantwortung für mehrere Entführungen und Morde im Irak übernommen. Dazu gehören die Entführung und Ermordung des italienischen Journalisten Enzo Baldoni 2004 und die Entführung der französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot, die kurz vor Weihnachten 2004 freikamen.

(sda)

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