Aktualisiert 26.10.2010 04:39

Nach 8000 Toten

Irak bittet um Hilfe bei Minenräumung

Die internationale Gemeinschaft soll den Irak bei der Räumung von etwa 20 Millionen Landminen unterstützen. Die Behörden besitzen keine Karten der verseuchten Gebiete.

Im Irak sind noch mehr als 20 Millionen Anti-Personen-Minen vergraben. Das Land bittet nun die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Bewältigung des Problems.

Im Irak sind noch mehr als 20 Millionen Anti-Personen-Minen vergraben. Das Land bittet nun die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Bewältigung des Problems.

Der Irak ist auf die Hilfe seiner Geberländer und das Fachwissen der internationalen Gemeinschaft über die Räumung von Minen angewiesen.

«Die Minen zu entfernen ist schwierig, weil wir keine Karten der verseuchten Gebiete haben», sagte der irakische Regierungschef Nuri el Maliki am Montag in Bagdad vor Vertretern der UNO, der USA, der EU und anderer Unterstützerländer.

Daniel Augstburger von der UNO-Hilfsmission für den Irak (UNAMI) sagte, dass der Irak zu den am meisten von Minen betroffenen Ländern gehöre. «Mehr als 20 Millionen Anti-Personen-Bomben sind immer noch da, ausserdem Splitterbomben», führte der UNO-Vertreter aus. Die Minen behinderten das Wirtschaftswachstum des Irak, insbesondere die Förderung von Erdöl und Erdgas.

Teilweise aus den Achtzigerjahren

Die Minen und Splitterbomben stammen aus der Zeit des Kriegs zwischen dem Irak und dem Iran von 1980 bis 1988, dem irakischen Einmarsch in Kuwait und dem folgenden Golfkrieg (1990/91) sowie aus der Zeit des Irak-Kriegs, der mit dem Einmarsch US-geführter Truppen im März 2003 begann.

Durch die Sprengsätze kamen nach Malikis Angaben 8000 Menschen ums Leben, rund ein Viertel von ihnen waren Kinder. Fast 1,6 Millionen Iraker leben in verminten Gebieten, die sich zumeist im Osten des Landes auf einer Fläche von 1730 Kilometern erstrecken.

Die Regierung hatte zivilen Unternehmen 2008 verboten, verminte Gebiete zu räumen. Sie befürchtete, dass die Sprengsätze an Aufständische verkauft würden. Die UNO rief Bagdad mehrfach vergeblich dazu auf, das Verbot wieder aufzuheben.

(sda)

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