Irak: Heli-Absturz fordert 9 Tote
Aktualisiert

Irak: Heli-Absturz fordert 9 Tote

Bei einem Hubschrauberabsturz westlich von Bagdad sind neun Angehörige der US-Streitkräfte in den Tod gerissen worden.

Die für medizinische Transporte eingesetzte Maschine des Typs «Black Hawk» sei in der Nähe von Falludscha zu Boden gegangen, teilte eine Militärsprecherin mit. Sie sprach von einer Notlandung, ohne weitere Angaben zur Ursache zu machen.

Falludscha ist eine Hochburg der Aufstandsbewegung gegen die amerikanische Besatzung. Erst am 3. Januar wurde in dieser als «sunnitisches Dreieck» bezeichneten Region ein Hubschrauber abgeschossen. Dabei kam ein Soldat ums Leben. Am 15. November kollidierten bei Mossul zwei «Black-Hawk»-Hubschrauber - vermutlich nach einem Beschuss mit einer Granate. 17 Soldaten wurden getötet.

Bei einem Mörserangriff auf eine US-Kaserne westlich von Bagdad kam am Mittwochabend ein Soldat ums Leben, 34 wurden verletzt. Die Granaten schlugen im Wohn- und Schlafbereich von Camp Seitz ein, wie die Streitkräfte am Donnerstag mitteilten. Das Camp liegt ebenfalls im so genannten sunnitischen Dreieck.

Der irakische Regierungsrat forderte die Vereinten Nationen erneut auf, in dem Land eine stärkere Rolle zu übernehmen, wie aus diplomatischen Kreisen in New York verlautete. Demnach bat der turnusgemässe Vorsitzende Abdel Asis Hakim in einem Brief an UN-Generalsekretär Kofi Annan um Hilfe bei Entscheidungen zur Übergabe der Souveränität an die Iraker.

Mehrere hundert Menschen warteten unterdessen in Bagdad mit wachsender Ungeduld auf die angekündigte Freilassung von Gefangenen. Sie versammelten sich vor dem Gefängnis Abu Ghraib und hofften auf das Erscheinen ihrer Angehörigen. Der oberste US-Zivilverwalter Paul Bremer hatte am Mittwoch als Geste des guten Willens die Freilassung von 506 der insgesamt 12.800 irakischen Gefangenen angekündigt - vor allem Häftlinge, denen lediglich Unterstützung von Aufständischen vorgeworfen wird.

Die ersten hundert Gefangenen sollten bereits am Donnerstag auf freien Fuss gesetzt werden. Dies verzögerte sich jedoch, was zu ärgerlichen Protesten der Angehörigen führte. Ein Sprecher der Koalitionstruppen erklärte, man warte noch darauf, dass örtliche Stammesführer Bürgschaften für die Freizulassenden übernähmen.

Verwirrung kam auf, als drei Lastwagen mit Häftlingen aus dem Gefängnis herausfuhren. Ein Beamter erklärte, die Entlassung dieser Personen habe nichts mit der Bremer verkündeten Amnestie zu tun.

(dapd)

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