Aktualisiert 31.03.2007 15:46

Irak: Justizminister tritt zurück

Grund für den Rücktritt von Haschim al-Schibli ist seine Unzufriedenheit mit der Politik der schiitisch geprägten Regierung.

Der sunnitische Minister habe erklärt, er könne sich mit «gewissen Tendenzen in der Regierung» nicht mehr identifizieren, berichtete der Bagdader Fernsehsender Al-Scharkia am Samstag unter Berufung auf Ministeriumskreise. Ministerpräsident Nuri al-Maliki muss den Rücktritt noch annehmen.

Al-Schibli war bei den Wahlen im Dezember 2005 als Kandidat der überkonfessionellen Irakischen Liste des gemässigt-schiitischen Ex- Ministerpräsidenten Ijad Allawi ins Parlament gewählt worden. Zunächst war nicht bekannt, welche konkreten Massnahmen der von Schiiten und Kurden dominierten Regierung unter Al-Maliki zu seinem Rücktritt geführt haben.

Elf Tote bei Anschlägen

Bei einer Serie von Anschlägen wurden am Samstag mindestens elf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Fünf Iraker starben, als ein Sprengsatz in einem abgestellten Auto vor einem Spital in der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City explodierte. 23 weitere Personen erlitten Verletzungen, wie das Innenministerium in Bagdad bestätigte.

In Hilla, 100 Kilometer südlich von Bagdad, wurden bei einem ähnlichen Anschlag zwei Menschen getötet. 23 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

In der hauptsächlich von Turkmenen bewohnten Stadt Tus Churmatu, 180 Kilometer nördlich von Bagdad, tötete eine Autobombe zwei Menschen, elf weitere wurden verletzt. In Suweira wurden ein Passant durch einen Sprengsatz getötet und drei weitere verletzt.

(sda)

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