Irak: Kleinkrieg erreicht neuen Höhepunkt
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Irak: Kleinkrieg erreicht neuen Höhepunkt

Der Kleinkrieg in Irak hat am Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht. Bei Überfällen auf Ausländer kamen 14 Menschen ums Leben. Bei einem Angriff am späten Sonntagabend töteten US-Soldaten nach eigenen Angaben 46 irakische Kämpfer.

Die Bewaffenten hätten versucht, US-Militärkonvois bei der zentralirakischen Kleinstadt Samarra anzugreifen, sagte ein US- Militärsprecher. Fünf US-Soldaten, ein Zivilist und mindestens 18 Angreifer seien dabei verletzt worden. Acht Angreifer nahmen die US- Truppen demnach gefangen.

Die Truppen hätten zahlreiche Angriffe mit Panzerfeuer abgewehrt, sagte der US-Sprecher. Wiederholt sei versucht worden, zwei getrennt fahrende US-Konvois in einen Hinterhalt zu locken. Die Angreifer hätten Uniformen der Fedajin-Milizen des gestürzten irakischen Machthabers Saddam Hussein getragen.

Spanische Geheimdienstagenten

Sieben spanische Geheimdienstagenten kamen am Samstag bei einem Überfall durch irakische Bewaffnete ums Leben. In zwei Fahrzeugen kamen die acht Agenten von einem Einsatz zurück, als sie unter Gewehr- und Granatbeschuss gerieten. Die Geheimdienstler hätten erbitterten Widerstand geleistet. Nur ein Spanier überlebte den Überfall verletzt.

Aznar wies die Forderung mehrerer Oppositionsparteien nach einem Rückzug der spanischen Soldaten aus Irak zurück. Spanien hat im Irak 1300 Soldaten stationiert. Das Engagement wird von einem Grossteil der Bevölkerung abgelehnt.

Japanische Diplomaten

Zwei bei Tikrit getötete japanische Diplomaten waren am Samstagnachmittag auf dem Weg zu einer Konferenz zum Wiederaufbau in Nordirak, wie das japanische Aussenministerium mitteilte. Nach Angaben der US-Armee wurden die 45 und 30 Jahre alten Männer bei einem Halt an einem Stand mit Lebensmitteln überfallen.

Ihr irakischer Fahrer erlitt nach Angaben der japanischen Botschaft in Bagdad ebenfalls tödliche Verletzungen. Die Männer hatten der US-Armee zufolge keinen militärischen Begleitschutz angefordert.

Auch Koizumi will bleiben

Der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi zeigte sich nach dem Zwischenfall «wütend». Japan werde trotz des Zwischenfalls an seinem Engagement in Irak festhalten, egal ob das die Entsendung von Soldaten oder zivilen Kräften betreffe, fügte er hinzu. Das Irak-Engagement ist in Japan äusserst unpopulär.

Die US-Armee gab am Sonntag den Tod eines weiteren Ausländers bekannt. Ein kolumbianischer Zivilangestellter der Koalitionstruppen sei am Samstag bei einem Feuerüberfall auf einen Konvoi nördlich von Bagdad getötet worden.

Bei einem anderen Zwischenfall wurden zwei US-Soldaten getötet. Zudem wurden zwei Südkoreaner getötet, die für ein US- Energeiunternehmen tätig waren.

(sda)

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