Irak: Machtkampf spitzt sich zu
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Irak: Machtkampf spitzt sich zu

Der Streit zwischen dem irakischen Premier Nuri al-Maliki und seinem Herausforderer Ijad Allawi spitzt sich zu. Al-Maliki warf Allawi vor, er unterhalte unerlaubte Kontakte zu Angehörigen der offiziell verbotenen Baath-Partei von Ex-Präsident Saddam Hussein.

Allawis Partei, die Irakische Liste erklärte am Donnerstag, Allawi habe sich nur als Vermittler zwischen den USA und den Baathisten betätigt. Der Parteichef sei einst vom Saddam-Regime verfolgt worden und müsse sich den Vorwurf, er wolle der Baath- Partei bei der Rückkehr an die Macht helfen, nicht gefallen lassen.

Allawi, zu dessen Partei Sunniten und Schiiten gehören, versucht seit einigen Monaten, ein Bündnis von Parteien aller Konfessionen zu schmieden, mit dem Ziel die Regierung zu stürzen und die Nachfolge des Schiiten Al-Maliki anzutreten.

Nelson Mandela des Iraks gesucht

Angesichts der anhaltenden Gewalt und der Zerstrittenheit der Politiker vermisst US-Präsident George W. Bush im Irak eine Führungspersönlichkeit vom Format des südafrikanischen Freiheitshelden Nelson Mandela.

Dass der Irak keinen «sofortigen Übergang zur Demokratie» geschafft habe, liege auch an der tödlichen Verfolgung von Oppositionellen unter dem früheren Machthaber Saddam Hussein, sagte Bush am Donnerstag in Washington.

«Manchmal höre ich Leute fragen: 'Wo ist Mandela?'. Nun, Mandela ist tot. Saddam Hussein hat alle Mandelas umgebracht,» sagte Bush.

Weniger Gewalt

Die US-Armee teilte in Bagdad mit, dass die Angriffe im Irak auf den niedrigsten Stand seit dem Bombenanschlag auf die schiitische Moschee in Samarra im Februar 2006 gefallen sind. Allein in Bagdad gebe es im Vergleich zum Jahresbeginn nur noch halb so viele Gewalttaten, sagte der stellvertretende US-Kommandant im Irak, General Raymond Odierno.

Die von Selbstmordattentätern und mit Autobomben verübten Anschläge seien auf das niedrigste Niveau des Jahres gesunken, und dieser Trend setze sich fort. Auch die Zahl der getöteten Zivilisten sei von 32 auf zwölf im Tagesdurchschnitt zurückgegangen.

Auf den Anschlag vom 22. Februar 2006 auf die Goldene Moschee der überwiegend von Sunniten bewohnten Stadt Samarra war die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten eskaliert.

(sda)

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