Irak: Mindestens zehn Menschen Anschlägen getötet
Aktualisiert

Irak: Mindestens zehn Menschen Anschlägen getötet

In Irak sind bei mehreren Anschläge gegen zivile Ziele mindestens neun Menschen getötet worden.

Unter den Toten befinden sich vier Kinder. Bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi in Ramadi wurde zudem ein Soldat getötet.

Der Sprengsatz sei explodiert, als ihr Konvoi auf einer Strasse östlich der Stadt Ramadi vorbeifuhr, sagte ein US-Armeesprecher am Donnerstag. Zwei weitere Soldaten wurden verletzt.

Bei einem Selbstmordanschlag in Kirkuk kamen nach Polizeiangaben vier Menschen ums Leben, unter ihnen zwei Kinder. Der Anschlag zielte auf die Räume der beiden grössten Kurden-Parteien - Patriotische Union Kurdistans (PUK) und Demokratische Partei Kurdistans (DPK).

Ein mit etwa 200 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto sei an einer Strassensperre vor den Parteibüros nahe einer Schule explodiert. Dabei wurden nach Spitalangaben eine Lehrerin, zwei Schüler und ein Mann getötet.

Mindestens 37 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden, die meisten von ihnen seien Schüler und Parteimitglieder. Nach Ansicht des örtlichen PUK-Vertreters Dschalal Dschowher stehen hinter dem «feigen Attentat» möglichweise Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida oder der Islamistengruppe Ansar el Islam.

Jordanische Botschaft beschossen

In Bagdad beschossen Unbekannte aus einem Auto heraus die jordanische Botschaft. Dabei sei ein irakischer Wachmann getötet worden, sagte eine Sprecherin des jordanischen Aussenministeriums in Amman.

Trotz des Angriffs werde Jordanien an seinem Engagement in Irak festhalten. Im August waren bei einem Autobombenanschlag vor der Botschaft 14 Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden.

Schwer bewaffnete Trauergemeinde

Nach dem Autobombenanschlag am Mittwoch auf das Haus eines Clanchefs in Ramadi versammelten sich Hunderte schwer bewaffnete Mitglieder des Clans zur Trauerfeier in der hundert Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt.

Scheich Amer Abduldschabbar Ali Suleiman, der dem Anschlag unverletzt entkam, ist Oberhaupt des Dulaimi-Clans der El Anbar- Provinz. Nach Spitalangaben wurden zwei Verwandte von ihm bei dem Anschlag getötet. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden.

Noch ungeklärt ist eine Explosion in einer Schule in Kerbela. Bei dem Vorfall wurden zwei Kinder getötet und zwei weitere verletzt.

Bush und Blair

In London sagten US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair dem Terrorismus in Irak entschlossen den Kampf an. Nach Gesprächen in London versicherten beide Politiker, es werde den Terroristen nicht gelingen, die USA und ihre Verbündeten aus Irak zu vertreiben.

«Wir bleiben, bis der Job erledigt ist, denn das wird wesentlich dazu beitragen, den Terror zu besiegen», sagte Blair auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush, der sich zu einem viertägigen Staatsbesuch in Grossbritannien aufhält. «Wir werden keinen Zentimeter zurückweichen».

Auch der irakische Regierungsratschef Dschalal Talabani äusserte sich zuversichtlich. Im «Wall Street Journal» sagte er, die Niederschlagung der «Terroristen» sei vor allem Sache der Iraker. «Indem sie die Waffen erheben und die Terroristen verjagen, werden die Iraker ihre neue Demokratie erlangen», sagte Talabani.

(sda)

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