Aktualisiert 13.11.2007 15:03

Irak: Privater Wachmann erschiesst Taxifahrer

Im Irak ist es wieder zu einem Zwischenfall mit Mitarbeitern einer privaten Sicherheitsfirma gekommen.

Ein Wachmann der US-Firma DynCorp erschoss am vergangenen Samstag einen Taxifahrer, wie die irakischen Behörden am Montag mitteilten. Ein Sprecher von DynCorp sagte, in einem Vorort von Bagdad sei ein Auto beschossen worden, das sich einem Konvoi von sieben US-Fahrzeugen bedrohlich genähert habe. Das Team habe aber danach berichtet, dass niemand verletzt worden sei, sagte DynCorp-Sprecher Gregory Lagana.

Der Friseur Ahmed Adel, der den Vorfall beobachtet hat, sagte, dass der Konvoi wegen des dichten Verkehrs an einer Kreuzung halten musste. «Plötzlich schossen Wachleute aus dem letzten Geländewagen auf das Taxi, während sich dieses nicht bewegte und keinerlei Bedrohung darstellte.» Er sei zu dem Fahrzeug geeilt und habe Polizisten geholfen, den Fahrer aus dem Taxi zu bergen. Bei einer Durchsuchung des Fahrzeugs wurden nach Angaben des Innenministeriums keine Waffen gefunden.

DynCorp International ist neben Blackwater Worldwide und Triple Canopy eine von drei Firmen, die Aufträge zum Personenschutz im Irak übernehmen. Im September waren bei einer Schiesserei mit Söldnern von Blackwater 17 unbewaffnete Iraker erschossen worden. Danach setzte die irakische Regierung die Lizenz für Blackwater aus. Auch das US-Aussenministerium und das FBI leiteten eine Untersuchung ein.

Einer der Abgeordneten, die dem radikalen schiitischen Kleriker Muktada al Sadr nahestehen, sprach sich unterdessen am Dienstag für die Auflösung des Parlaments und sofortige Neuwahlen aus. Das Parlament sei «zu einer Belastung für das irakische Volk geworden statt zu einer Institution, die seine Probleme löst», sagte Bahaa al Aradschi. Die nächsten Wahlen sind für 2009 geplant.

Bei Gewalttaten im Irak wurden am Dienstag nach Angaben der Polizei neun Iraker getötet, darunter auch ein Polizist und sein 13-jähriger Sohn, die im Nordirak erschossen wurden. (dapd)

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