Irak: Regierung feuert 1300 Sicherheitsleute nach Fiasko

Aktualisiert

Irak: Regierung feuert 1300 Sicherheitsleute nach Fiasko

Die irakische Regierung hat nach der gescheiterten Sicherheitsoffensive in der Stadt Basra im vergangenen Monat insgesamt rund 1300 Soldaten und Polizisten entlassen.

Sie waren desertiert oder hatten sich geweigert, gegen die schiitischen Milizen im Süden des Landes vorzugehen, wie am Sonntag der Sprecher des Innenministeriums mitteilte, Generalmajor Abdul Karim Chalaf. Unter den Entlassenen seien auch 37 hohe Offiziere vom Oberstleutnant bis zum Brigadegeneral.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte die irakischen Sicherheitskräfte im vergangenen Monat angewiesen, gegen die zahlreichen bewaffneten Gruppen vorzugehen, die Basra unsicher gemacht haben. Der Widerstand war aber unerwartet heftig und die Offensive kam bald zum Stillstand, die Kämpfe weiteten sich auch auf andere Städte im Süden und auch auf Bagdad aus.

Da die Mehrheit der irakischen Soldaten und Polizisten auch Schiiten sind, standen viele offenbar vor einem Gewissenskonflikt. In Basra meuterten fast 1.000 Angehörige der Sicherheitskräfte, darunter auch ein komplettes Infanterie-Bataillon, Waffen und Fahrzeuge wurden den Milizen übergeben. In der Stadt Kut weigerten sich rund 400 Polizisten, gegen die Milizen vorzugehen. (dapd)

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