Irak: Rücktritt durch Geiselnahme erzwungen
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Irak: Rücktritt durch Geiselnahme erzwungen

Im Irak haben Extremisten einen hohen Politiker durch die Geiselnahme seiner drei Söhne zum Rücktritt gezwungen.

Die Demission des Gouverneurs der Provinz Anbar, Abdul Karim Al Rawi, erfolgte in einer Videobotschaft, die am Freitag vom Fernsehsender Al Dschasira ausgestrahlt wurde. Al Rawi verlas seine Erklärung auf den Knien, hinter ihm hing das schwarze Banner der Gruppe Tawhid und Dschihad, die von dem Jordanier Abu Mussab al Sarkawi geleitet wird.

«Ich bereue vor Gott und vor euch alle meine Taten ... die ich zusammen mit den Ungläubigen, den Amerikanern, verübt habe. Ich erkläre meinen sofortigen Rücktritt,» sagte der Politiker. Das Video zeigte ausserdem Al Rawi, wie er seine weinenden Söhne umarmt, die Kinder seien frei, hiess es in der Videobotschaft.

Nach Angaben der Polizei setzten die Kidnapper am 28. Juli das Haus von Al Rawi in der Stadt Ramadi in Brand und entführten drei seiner Söhne. Die Provinz Anbar ist überwiegend sunnitisch, sie reicht im Westen Bagdads bis an die Grenze von Syrien und Jordanien. Zu ihr gehören die Städte Falludscha, Ramadi und Kaim. Die Gegend ist ein Zentrum des Widerstandes gegen die Koalitionstruppen. Die US-Streitkräfte haben Politiker vor Ort mehrfach gedrängt, mehr gegen die Aufständischen zu unternehmen. (dapd)

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