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Irak: Sieben schiitische Pilger in Bagdad ermordet

Zwei Tage vor einem für die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Irak wichtigen religiösen Fest in Bagdad sind sieben Pilger in der irakischen Hauptstadt ermordet worden.

Die Schiiten seien zu Fuss durch das mehrheitlich von Sunniten bewohnte Viertel Al-Adil gelaufen und von bewaffneten Männern erschossen worden, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Kurz zuvor wurden bei einem Selbstmordanschlag vor einer schiitischen Moschee in Bagdad im Viertel Dura ein Zivilist getötet und vier verletzt.

Das hauptsächlich von Sunniten bewohnte Quartier hatte vor acht Tagen international für Schlagzeilen gesorgt, weil die irakischen Truppen wegen der anhaltenden Gewalt eine Mauer um das Viertel gebaut hatten.

Am Sonntag werden hunderttausende schiitische Pilger vor dem Mausoleum des Imams Mussa al-Kasim in Kasimijah im Westen von Bagdad erwartet.

Bei der Zeremonie waren im vergangenen Jahr 965 Pilger auf einer Brücke zu Tode getrampelt worden, erstickt oder ertrunken, als sie in den darunter gelegenen Fluss fielen. Es war der mörderischste Zwischenfall seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein.

Die irakische Polizei hat in den letzten Tagen ihre Sicherheitsvorkehrungen in Bagdad noch einmal verschärft. Für die Innenstadt wurde ein Fahrverbot verhängt.

Sistani: Terrorismus trotzen

Der Vertreter des höchsten schiitischen Würdenträgers im Irak, Ayatollah Ali al-Sistani, forderte die Pilger auf, in Massen zum Mausoleum zu strömen, um dem Terrorismus zu trotzden. Die diesjährigen Feiern sollten noch bedeutender als im vergangenen Jahr sein, um den Terroristen die Stirn zu bieten, sagte Scheich Abdul Mehid el Karbalai in Kerbala in seinem Freitagsgebet.

Religiöse Stätten der Schiiten sind immer wieder Ziel von Angriffen sunnitischer Extremisten mit Verbindungen zu El Kaida. Sie werfen den Schiiten vor, keine wahren Moslems zu sein. Der Imam Mussa al-Kasim war nach seiner Verfolgung im Jahr 799 in Gefangenschaft in Bagdad gestorben. (sda)

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