Aktualisiert 08.12.2008 18:29

BlackwaterIrak-Söldner müssen für 17 Tote geradestehen

Rund 15 Monate nach der Tötung von 17 Passanten in Bagdad sind fünf Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater des Totschlags beschuldigt worden.

Dieser Vorwurf wird in der Anklageschrift in insgesamt 14 Fällen erhoben, wie das Justizministerium am Montag mitteilte. Darüber hinaus werde den Männern noch eine ganze Reihe weiterer Vergehen zur Last gelegt. Das Ministerium kündigte noch für Montag eine Pressekonferenz an, um sich zu der umfangreichen Anklageschrift zu äussern.

Gegen die Blackwater-Wachleute wurde seit dem Vorfall an einer belebten Kreuzung im Stadtzentrum von Bagdad am 16. September 2007 ermittelt. Augenzeugen gaben an, es habe keinen Anlass für die tödlichen Schüsse auf die 17 Iraker gegeben. Unter den Opfern befanden sich auch kleine Kinder. Die Firma Blackwater, die vom US-Aussenministerium mit dem Schutz von Diplomaten beauftragt wurde, hat indessen erklärt, die Wachleute seien nach der Explosion einer Autobombe von Aufständischen angegriffen worden und hätten in Notwehr gehandelt.

Die Angeklagten stellten sich am Montagmorgen freiwillig den Justizbehörden, indem sie sich fristgemäss bei einem Bundesgericht im US-Staat Utah meldeten. Nach Angaben ihrer Anwälte handelt es sich um fünf ehemalige Angehörige der US-Streitkräfte: Donald Ball, Dustin Heard, Evan Liberty, Nick Slatten und Paul Slough. Ball, Heard und Liberty gehörten vor ihrem Einstieg bei Blackwater den Marineinfanteristen an, Slatten und Slough wurden beim Heer ausgebildet.

Dem Justizministerium hat noch ein sechster Blackwater-Mitarbeiter zugegeben, bei dem damaligen Zwischenfall mindestens einen Iraker getötet zu haben. Sein weiteres Schicksal war zunächst unklar. (dapd)

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