Irak: Stämme kämpfen gegen Al Kaida - US-Hilfe unerwünscht
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Irak: Stämme kämpfen gegen Al Kaida - US-Hilfe unerwünscht

In der irakischen Provinz Dijala haben sich neun arabische Stämme zusammengeschlossen. Sie wollen gemeinsam gegen El-Kaida-Terroristen und andere ausländische Extremisten zu kämpfen.

Die US-Armee solle sich aus dieser «Säuberungsaktion» in Dijala heraushalten, forderte Clanchef Scheich Dhari al-Asadi am Donnerstag in der arabischen Zeitung «Al-Hayat». Er fügte hinzu: «Wir wollen auf keinen Fall eine Einmischung der Amerikaner, weil sie bei ihren Versuchen, die Sicherheitslage in Dijala in den Griff zu bekommen, erhebliche Fehler gemacht haben.»

Gewalt verlagert

In der Provinz Dijala, in der Sunniten, Schiiten und Kurden leben, hat die Gewalt in den vergangenen drei Monaten zugenommen. Dies führen Sicherheitsexperten darauf zurück, dass die US-Armee und die Polizei die Razzien in Bagdad verstärkt haben und dass sunnitische Stämme in der Anbar-Provinz gegen El Kaida mobil gemacht hatten.

Arabische Zeitungen veröffentlichten am Donnerstag ein Bild aus der Leichenhalle von Bakuba, auf dem abgetrennte Männerköpfe zu sehen sind, die am Vortag neben sechs Körpern an einer Strasse in Dijala gefunden worden waren.

«Al-Hayat» berichtete, in Bakuba sei ein Flugblatt von sunnitischen Extremisten aufgetaucht, in dem diese allen Polizisten und Beamten drohen, sie zu töten und ihre Leichen zu schänden, wenn sie nicht den Dienst quittieren sollten.

Regierungsvorwürfe an US-Armee

Das Innenministerium warf der US-Armee vor, sie habe am Donnerstag bei einem Luftangriff in Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr- City acht Zivilisten getötet und neun weitere Menschen verwundet. Das berichtete die irakische Nachrichtenagentur INA.

Die US-Armee erklärte dagegen, durch den Angriff seien drei mutmassliche schiitische Extremisten getötet worden. US- Bodentruppen seien bei einer Razzia in Sadr-City unter Beschuss gekommen und hätten daraufhin Unterstützung aus der Luft angefordert.

Bei der dritten Razzia in dem Bezirk innerhalb nur einer Woche seien zudem drei Zivilisten verletzt und vier Extremisten festgenommen worden. Die Soldaten hätten in dem Stadtteil nach Aufständischen gesucht.

Diese stehen laut US-Armee im Verdacht, Waffen und mobile Abschusseinrichtungen für panzerbrechende Projektile aus dem Iran ins Land geschmuggelt zu haben, hiess es. Ausserdem sollen sie Kämpfer zur «Terroristenausbildung» in den Iran gebracht haben.

Die USA werfen der iranischen Regierung vor, die Gewalt im Irak anzufachen. Der Iran weist dies zurück und gibt den USA und ihrem Einmarsch 2003 Schuld an dem Chaos im Land.

(sda)

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