Irak: Sunniten zur Zusammenarbeit bereit
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Irak: Sunniten zur Zusammenarbeit bereit

Zwei Tage nach der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses hat die stärkste Fraktion der Sunniten im neuen irakischen Parlament ihre Bereitschaft zu einer Beteiligung an der Regierung bekundet.

«Wir wollen das Voranschreiten im politischen Prozess nicht aufhalten», erklärte Dhafer el Ani von der Irakischen Konsensfront am Sonntag in Bagdad. Die Sunniten, die unter Saddam Hussein zur Führungselite gehörten, sind im Irak in der Minderheit und hatten die Wahlen zunächst abgelehnt. Sie eroberten aber auf Anhieb ein gutes Fünftel der Sitze.

Mit 128 Mandaten ist die religiöse Schiiten-Allianz die stärkste Fraktion im neuen Parlament. Die absolute Mehrheit hatte sie jedoch verfehlt. Beobachter in Bagdad vermuten, dass der Prozess der Regierungsbildung viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Parteien verhandeln schon seit Wochen.

Die USA drängen weiterhin auf eine breite Regierungskoalition, die die nationale Einheit des Landes fördert. «Wir unterstützen eine Einheitsregierung als das beste Mittel, die Iraker zusammenzubringen», sagte ein US-Regierungsvertreter am Samstag in Bagdad.

«Aus unserer Sicht kann der Irak nicht auf einer relativ schmalen ethnischen und religiösen Basis aufgebaut werden», sagte der Regierungsvertreter weiter. Die Bemühungen müssten vielmehr alle einschliessen.

«Wir sind bereit, den Irakern auf jede uns mögliche Weise dabei zu helfen, eine Einigung zu erreichen, die das Land zusammenbringt, die Unterstützung für die irakische Regierung verbreitert und zu einer kompetenten und leistungsfähigen Regierung führt.»

(sda)

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