Irak: Terroristen töten vier Polizisten-Kinder
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Irak: Terroristen töten vier Polizisten-Kinder

Bombenanschläge und Überfälle haben am Wochenende im Irak erneut mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, darunter vier Kinder eines Polizisten.

Die Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren wurden nach Polizeiangaben gemeinsam mit ihrem Onkel getötet, als Aufständische am Sonntag das Haus der Familie in Balad Rus angriffen. Nördlich von Bagdad wurden die Leichen von 23 Männern entdeckt, die sich vergeblich um eine Stelle bei der Polizei beworben hatten und am Mittwoch entführt worden waren.

Die Leichen seien in der Ortschaft Nibaei rund 80 Kilometer nördlich von Bagdad gefunden worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Männer waren mit zwölf weiteren Personen auf dem Weg von Bagdad nach Samarra und hatten noch ihre Bewerbungsunterlagen für den Polizeidienst bei sich. Sicherheitskräfte sind wiederholt das Ziel der Aufständischen im Irak geworden.

Über das Schicksal der in Bagdad verschleppten US-Journalistin Jill Carroll war auch nach dem Ablauf des Ultimatums ihrer Entführer am Freitag nichts bekannt. Die Geiselnehmer hatten mit der Ermordung der Mitarbeiterin der Zeitung «The Christian Science Monitor» gedroht, sollten die US-Militärbehörden im Irak nicht bis zum Freitag alle weiblichen Gefangenen freilassen. Für Carroll setzten sich am Samstag ein irakischer Minister und eine amerikanisch-muslimische Interessengruppe ein.

Ein ranghoher sunnitischer Politiker forderte unterdessen, niemand dürfe in der künftigen Regierung Ministerposten erhalten, der an Gewaltakten gegen Sunniten beteiligt sei. Tarik al Haschimi wandte sich damit offenbar gegen Innenminister Bajan Dschabr, der nach sunnitischen Angaben in Übergriffe der Sicherheitskräfte gegen Sunniten verwickelt sein soll. Die neue Regierung müsse sich ausserdem mit den Bedenken der Sunniten gegen die Verfassung beschäftigen, forderte Al Haschimi. Dabei geht es vor allem um die Bildung eines irakischen Bundesstaates und den Ausschluss ehemaliger Mitglieder von Saddam Husseins Baath-Partei von Regierungsposten.

Im Prozess gegen den Exmachthaber sollen am Dienstag möglicherweise auch Mitglieder seines gestürzten Regimes aussagen, wie am Sonntag aus amerikanischen Kreisen verlautete. Saddam Hussein und sieben Mitangeklagte müssen sich seit dem 19. Oktobers wegen des Massakers an Schiiten in der Ortschaft Dudschail im Jahr 1982 verantworten. Mehrere Anwälte Saddam Husseins trafen nach Angaben eines Sprechers am Sonntag im Irak ein, um sich mit ihrem Mandanten zu beraten.

US-Verhörspezialist schuldig gesprochen

(Fort Carson/USA) Ein Soldat des US-Heeres wurde wegen fahrlässiger Tötung eines irakischen Generals schuldig gesprochen. Eine Jury aus sechs Offizieren sprach Oberstabsfeldwebel Lewis Welshofer darüber hinaus der fahrlässigen Pflichtverletzung schuldig, sprach ihn nach sechsstündigen Beratungen am Samstag aber vom Vorwurf der Körperverletzung frei. Der 43-Jährige wurde beschuldigt, einen Schlafsack über den Kopf von Generalmajor Abed Hamed Mowhusch gezogen zu haben. Ausserdem soll er sich auf den Brustkorb des Generalmajors gesetzt und dessen Mund mit der Hand bedeckt haben, während er ihn im Jahr 2003 verhörte.

Welshofer drohen nun eine unehrenhafte Entlassung aus dem Heer, drei Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung und drei Monate wegen fahrlässiger Pflichtverletzung. Die Verteidigung hatte argumentiert, ein Herzleiden haben den Tod Mowhuschs verursacht. Ausserdem hätten Welshofers Vorgesetzte die Verhörmethoden gebilligt. (dapd)

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