Aktualisiert 21.01.2005 08:40

Irak-Verweigerer soll vor Gericht

Die US-Army will einen Feldwebel vor ein Kriegsgericht stellen, der die Rückkehr mit seiner Einheit in den Irak verweigert.

Der 40 Jahre alte Berufssoldat will aus Gewissensgründen aus dem Heer entlassen werden. Der Mechaniker mit zehnjähriger Diensterfahrung war 2003 für acht Monate im Irak stationiert und feuerte kein einziges Mal einen Schuss ab. Er erklärte, dass das Elend, das er aus nächster Nähe gesehen habe - beispielsweise ein furchtbar verbranntes Kind und Massengräber mit Männern, Frauen und Kindern - ihn dazu gebracht hätten, seinen Dienst quittieren zu wollen.

Seine Einheit war am 8. Januar erneut von Texas nach Irak verlegt worden. Kevin Benderman weigerte sich, ins Flugzeug zu steigen, so lange über sein Entlassungsgesuch noch nicht entschieden ist. Sein Kommandeur warf ihm am Donnerstag vor, seine Kameraden im Stich zu lassen. Benderman soll nun als Deserteur vor Gericht gestellt werden.

Ermittler prüfen nun, ob tatsächlich ein Prozess eingeleitet oder die Angelegenheit auf dem Verwaltungsweg abgewickelt wird. Falls der Unteroffizier von einem Militärgericht verurteilt wird, drohen ihm sieben Jahre Haft, Degradierung und unehrenhafte Entlassung. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.