Irak will keine Juden
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Irak will keine Juden

Der irakische Verfassungsausschuss will offenbar in Irak geborene, seit langem im Exil lebende Juden daran hindern, die irakische Staatsangehörigkeit zurückzuerlangen.

Eine Mehrheit der 71 Ausschussmitglieder sei für eine entsprechende Passage im Verfassungsentwurf, sagte der kurdische Abgeordnete Muther el Fadhil am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Sie stimme darin überein, «allen Irakern die Nationalität zuzuerkennen, die diese nach 1963 verloren» hätten, sagte Fadhil.

Die Jahreszahl in dem Text ist entscheidend: 1963, dem Jahr des ersten Putsches und der Machterlangung der Baath-Partei, lebten nur noch wenige Juden im Irak, während es 1948 noch rund 134 000 waren. Nach der Gründung des Staates Israel wurden Juden im Irak zunehmend diskriminiert, bis 1952 verliessen mehr als 123 000 das Land.

Er sei entschieden gegen die Nennung des Jahres 1963 in der Verfassung, sagte Fadhil. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder wolle jedoch Juden daran hindern, die irakische Staatszugehörigkeit zu erlangen.

Ein konservativer schiitischer Abgeordneter habe zornig erklärt, dass Irak nie den Staat Israel anerkannt habe «und wir keine Beziehungen mit ihm haben wollen».

Nach dem US-Einmarsch im Irak im März 2003 waren von radikalen Predigern und durch gefälschte Medienberichte Gerüchte gestreut worden, dass Juden nach Irak zurückgekehrt seien und grosse Stücke Land gekauft hätten.

(sda)

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