Irak: Zwei Geiseln befreit
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Irak: Zwei Geiseln befreit

Wenige Tage nach der Massenentführung aus dem Bildungsministerium in Bagdad sind vier US-Bürger und ein Österreicher im Südirak verschleppt worden. Eine der US-Geiseln wurde getötet, zwei weitere konnten bei einer Polizeiaktion befreit werden.

Dies sagte ein Behördenvertreter der Provinz Basra der Nachrichtenagentur AFP. Über das Schicksal der vierten US-Geisel und eines Österreichers war zunächst nichts bekannt. Ein britischer Sicherheitsmann, der auf dem Weg zum Tatort war, und vier weitere Menschen wurden bei einem Schusswechsel mit irakischen Polizisten getötet.

Der 25-jährige Österreicher und die vier US-Bürger waren am Donnerstag für das Sicherheitsunternehmen Crescent Security Group (CSG) unterwegs im Süden des Landes. Laut CSG hatten sie einen Konvoi eskortiert und waren in einen Hinterhalt geraten. Die neun irakischen Fahrer seien nach einiger Zeit wieder aufgetaucht.

Wirbel um Sunnit Al-Dhari

Regierungssprecher Ali al-Dabbagh dementierte am Freitag Berichte, wonach das Innenministerium einen Haftbefehl gegen den einflussreichsten sunnitischen Religionsgelehrten des Landes, Scheich Harith al-Dhari, ausgestellt haben soll.

Der Generalsekretär des Rates der Religionsgelehrten, der sich derzeit in Jordanien aufhält, sei lediglich «zur Vernehmung einbestellt worden», sagte Al-Dabbagh.

Al-Dhari wird vorgeworfen, er schüre mit seinen Äusserungen den Hass zwischen Schiiten und Sunniten. Beobachter rechnen mit gewaltsamen Reaktionen seitens der sunnitischen Aufständischen, falls die Ermittlungen gegen Al-Dhari nicht gestoppt werden.

Bis zu 40 Tote in West-Bagdad

Vizeministerpräsident Barham Saleh erklärte derweil, bei der Entführung von sechs Kleinbussen in West-Bagdad am Donnerstag seien 40 Menschen getötet worden. Das Innenministerium bestätigte lediglich den Tod von 7 der insgesamt rund 60 Fahrgäste. In den Kleinbussen sassen demnach vor allem Schiiten. (sda)

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