Irakische Polizei wird unterwandert
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Irakische Polizei wird unterwandert

Aufständische und mutmassliche Terroristen haben offenbar gezielt die irakische Polizei unterwandert. Die Rekrutierung und Sicherheitsüberprüfung von Polizeibewerbern sei mangelhaft.

So hiess es in einem US-Regierungsbericht.

Die Aufnahme von Kriminellen in die Polizeitruppe sei eine ständige Sorge. Aber noch Besorgnis erregender sei die gezielte Infiltration durch Terroristen oder Aufständische, betonte der gemeinsame Bericht von Aussen- und Verteidigungsministerium.

Ein sechsköpfiges Inspektorenteam hatte Anfang des Jahres fünf Wochen lang die Ausbildungsprogramme für irakische Polizisten im Irak und Jordanien untersucht. Der Bericht wurde am Montag veröffentlicht.

Ausmass unklar

Dem Bericht zufolge gibt es genügend Hinweise für die Unterwanderung der verschiedenen Polizeidienstebenen durch Aufständische. Das Ausmass der Infiltrierung sei jedoch unklar, sagte ein Vertreter des Aussenministeriums, der anonym bleiben wollte.

Die Mängel bei der Rekrutierung haben dem Bericht zufolge mehrere Ursachen: So werde der Schwerpunkt eher auf die Anzahl der Rekruten als auf die Qualität ihrer Ausbildung gelegt, der Finanzrahmen sei beschränkt und die Einschätzung der irakischen Regierung werde zu wenig berücksichtigt.

Dem Bericht zufolge können viele Rekruten kaum lesen, andere seien körperlich behindert. Dennoch bescheinigen die Inspektoren der irakischen Polizei erste Erfolge. Während der Wahlen im Irak hätten die Polizisten eine «gute Leistung» geliefert, in den Strassen seien sie deutlich präsenter und Umfragen zufolge genössen sie bei der irakischen Bevölkerung inzwischen mehr Respekt. (sda)

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