Irakisches Gas für Europa
Aktualisiert

Irakisches Gas für Europa

Der Irak hat der EU Erdgaslieferungen im Umfang von mindestens fünf Millionen Kubikmeter jährlich zugesagt.

Die Lieferungen würden voraussichtlich in zwei bis drei Jahren beginnen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch nach einem Besuch des irakischen Ölministers Hussain al Schahristani bei EU-Energiekommissar Andris Piebalgs in Brüssel mit. Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte, die EU strebe eine «strategische Partnerschaft» mit dem Irak an.

«Wir sind heute schon ein wichtiger Geber im Irak, und wir glauben, dass der Irak, wenn er einmal stabilisiert ist, grosse Potenziale haben wird», erklärte Barroso nach einem Gespräch mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Die EU-Kommission leistet im Irak vor allem technische Unterstützung beim Aufbau der Verwaltung, für dieses Jahr sind Hilfen im Umfang von 76 Millionen Euro eingeplant.

Die EU-Kommission hofft, dass der Irak Gas in die geplante Nabucco-Pipeline einspeisen wird, die vom Kaspischen Meer über die Türkei nach Westeuropa führen soll. Mit dem Projekt will die EU ihre Abhängigkeit von ihrem wichtigsten Energielieferanten Russland vermindern. Bereits im Januar hatte die EU-Kommission die Hoffnung geäussert, der Irak könnte sich über eine ebenfalls im Bau befindliche Pipeline durch Jordanien und Ägypten an Nabucco anschliessen.

Der irakische Ministerpräsident Al-Maliki erklärte in Brüssel, sein Besuch solle «den Weg für ein neues Verhältnis zwischen dem Irak und der EU öffnen, gegründet auf Freundschaft». Auch EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering sprach sich für ein verstärktes europäisches Engagement im Irak aus. «Unabhängig davon, welche Haltung man zu Beginn des Golfkriegs vertreten hat, ist es nun eine gemeinsame Verpflichtung, einen Beitrag zum Aufbau eines friedlichen und demokratischen Iraks zu leisten», sagte Pöttering. (dapd)

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