Aktualisiert 10.10.2003 06:25

Irakkrieg als Schutz vor Wahnsinnigem

US-Präsident George W. Bush hat in seiner Kampagne zur Rechtfertigung des Irakkrieges am Donnerstag erklärt, er habe die USA vor einem Wahnsinnigen schützen wollen.

«Ich habe gehandelt, weil ich die Sicherheit des amerikanischen Volkes nicht in den Händen eines Wahnsinnigen liegen lassen wollte», sagte Bush vor Angehörigen der Nationalgarde und Reservisten in New Hampshire.

«Wer würde schon annehmen, dass die Welt besser wäre, wenn Saddam Hussein noch an der Macht wäre?» sagte Bush und forderte mit dieser rhetorischen Frage seine Kritiker heraus.

Bushs Rede enthielt wenig neue Argumente. Er wird seine Position aber voraussichtlich ebenso wie andere hochrangige Vertreter seiner Regierung in den kommenden Tagen noch mehrfach wiederholen.

Kampagne gegen Kritik

Die Kampagne ist eine Reaktion auf die wachsende Kritik an der Regierung, sie habe die Bedrohung durch Irak übertrieben, um den Krieg zu rechtfertigen. Genährt wird diese Kritik durch fast tägliche tödlcihe Anschläge auf US-Soldaten in Irak und die lange Einsatzdauer der Reservisten.

Zudem wurden bislang keine Massenvernichtungswaffen in Irak gefunden. Deren angebliche Existenz war eines der Hauptargumente für den Krieg.

Bushs Popularität ist in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Grund dafür ist neben Irak der schlechte Zustand der Wirtschaft mit einer für US-Verhältnisse hohen Arbeitslosigkeit.

Die Kampagne zielt offenkundig darauf ab, 13 Monate vor der nächsten Wahl wieder Unterstützung für den Präsidenten zu gewinnen. Bushs Rede konzentrierte sich auf Irak und Wirtschaft, jene zwei Aspekte, die seine Wiederwahl gefährden könnten. In New Hampshire werden im kommenden Jahr die ersten grossen Vorwahlen stattfinden. (sda)

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