Iran-Atomgespräche werden fortgesetzt
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Iran-Atomgespräche werden fortgesetzt

Vor Beginn einer weiteren Gesprächsrunde über das iranische Atomprogramm am Mittwoch haben Experten die Erfolgsaussichten skeptisch beurteilt.

Die iranische Verhandlungsdelegation, die bereits am Dienstag in Genf eintraf, liess nicht erkennen, ob sie zu einem Verzicht auf die Wiederaufnahme der Urananreicherung bereit sein würde. Die Aussenminister Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens - Joschka Fischer, Michel Barnier und Jack Straw - wurden am Mittag in Genf erwartet. Sie verhandeln im Namen der EU mit dem Iran.

Straw erklärte, die Iraner seien schwierige Verhandlungspartner. Dennoch hoffe er auf einen Erfolg der Gespräche. Ziel ist es, Teheran zum dauerhaften Verzicht auf sein Atomprogramm zu bewegen. Im Gegenzug soll Iran Wirtschaftshilfen und technische Unterstützung erhalten. Monatelange Verhandlungen blieben bislang ohne Ergebnis, da der Iran auf seinem Recht zur Urananreicherung zur friedlichen Nutzung beharrt. Die USA werfen Teheran vor, ein geheimes Atomwaffenprogramm zu betreiben. Teheran hat stets versichert, sein Atomprogramm diene ausschliesslich der Energiegewinnung.

Der Iran hat die Anreicherung von Uran im November ausgesetzt, sich aber das Recht vorbehalten, das Programm zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Die USA, die Europäische Union und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben die iranischen Pläne zur Urananreicherung scharf kritisiert. Vom Grad der Anreicherung hängt es ab, ob das Uran für die Herstellung von Atomwaffen verwendet werden kann.

Falls die Verhandlungen der Europäer mit dem Iran scheitern, wollen die USA den UN-Sicherheitsrat einschalten. Nach monatelangen erfolglosen Gesprächen schliesst auch die EU einen Gang zum Weltsicherheitsrat nicht mehr aus. Dieser könnte Sanktionen gegen Teheran verhängen. Allerdings haben die Vetomächte China und Russland bereits Widerstand angekündigt. Ein weiteres Risiko für den Westen sehen Experten darin, dass Sanktionen vermutlich den Ölpreis ansteigen lassen würden. (dapd)

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