Iran begrüsst US-Angebot grundsätzlich
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Iran begrüsst US-Angebot grundsätzlich

Der Iran hat das Angebot der USA zu direkten Verhandlungen grundsätzlich begrüsst, einen Stopp der Urananreicherung als Vorbedingung jedoch abgelehnt.

Aussenminister Manutschehr Mottaki sagte am Donnerstag im staatlichen Fernsehen, über angestammte Rechte in Atomfragen werde nicht verhandelt. Doch sei Teheran zu einem «Dialog über gemeinsame Anliegen» bereit. US-Aussenministerin Condoleezza Rice sagte vor einem neuen Treffen der fünf UN-Veto-Mächte und Deutschlands in Wien, Washington sei sich mit den Europäern über ein Angebot an den Iran fast einig.

Die USA haben sich am Mittwoch in einer tief greifenden Änderung ihrer bisherigen Iran-Politik zu direkten Gesprächen mit Teheran bereit erklärt. Dies hatte unter anderem Bundesaussenminister Frank Walter Steinmeier gefordert, der am Abend zu den Gesprächen mit seinen Kollegen aus den USA, Frankreich, Grossbritannien, China und Russland in Wien erwartet wurde.

Rice sagte, Washington habe sich mit den europäischen Partnern auf die Grundzüge eines Angebotspakets verständigt. Es soll sowohl Anreize als auch Nachteile enthalten, falls Iran sein Atomprogramm nicht aussetzt. «Wir hoffen, dass die iranische Regierung das Angebot in den nächsten Tagen gründlich erwägen wird», sagte die Aussenministerin in Washington. Ihren Angaben zufolge wollen die USA sich mit den Iranern an einen Tisch setzen, wenn diese in vollem Umfang und überprüfbar das Urananreicherungsprogramm und die Wiederaufarbeitungsaktivitäten aussetzen. Der iranische Aussenminister Mottaki sagte, Teheran begrüsse einen Dialog «unter gerechten Bedingungen, aber wir werden unsere (nuklearen) Rechte nicht aufgeben».

Russland begrüsste die Kehrtwende der USA, die seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr zum Iran unterhalten. Man sei überzeugt davon, dass die Probleme nur mit Verhandlungen zu lösen seien, erklärte das Aussenministerium in Moskau. Aus diplomatischen Kreisen in Wien verlautete, das formell die EU-Troika aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien Iran das Angebot vorlegen werde. Die Amerikaner würden dann gemeinsam mit Russen und Chinesen zu den Gesprächen stossen. (sda)

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