Aktualisiert 14.06.2008 20:41

AtomstreitIran beharrt auf Urananreicherung

Im Atomstreit mit dem Iran hat EU-Chefdiplomat Javier Solana am Samstag Teheran ein neues Angebot unterbreitet. Es enthält vor allem wirtschaftliche Anreize für den Fall, dass der Iran die Urananreicherung aufgibt.

Der Iran wies die Forderung zur Beendigung seines Programms zur Urananreicherung jedoch erneut zurück. Sein Land bestehe auf seinem «legitimen (nuklearen) Recht», sagte Aussenminister Manuchehr Mottaki.

Umfangreiches Angebot

Solana hatte der iranischen Führung unter anderem eine Zusammenarbeit beim Bau von Leichtwasserreaktoren und bei der Entsorgung nuklearen Abfalls unterbreitet.

Das von der internationalen Gemeinschaft geschnürte Paket bietet Teheran auch eine Zusammenarbeit auf den Feldern zivile Luftfahrt, Landwirtschaft und Erziehung an.

Darüber hinaus wäre die EU nach den Worten Solanas im Falle der Einstellung der Urananreicherung bereit zu einer «völligen Normalisierung» der Beziehungen zu Teheran.

Der Iran steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Das Land selbst hat stets erklärt, es wolle die Atomkraft lediglich zur Stromgewinnung nutzen und lehnt ein Aussetzen seiner Urananreicherung kategorisch ab.

Diesen Standpunkt wiederholte am Samstag auch ein Regierungssprecher. Der Iran lehne jeden Vorschlag ab, der das Aussetzen der Urananreicherung als Forderung enthalte.

Bush enttäuscht

US-Präsident George W. Bush kritisierte die iranische Zurückweisung. Er sei enttäuscht, dass Teheran das «grosszügige» Angebot ausgeschlagen habe, sagte Bush am Samstag in Paris.

Dies sei ein Zeichen für das iranische Volk, dass ihre politische Führer es weiter isolieren wollten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy seinerseits sagte, ein Iran im Besitz von Atomwaffen sei eine «inakzeptable Bedrohung für die Stabilität der Welt».

Derzeit diskutiert die internationale Gemeinschaft über eine Verschärfung der bisher erfolglosen Sanktionen gegen den Iran.

(sda)

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