Aktualisiert 16.02.2005 13:56

Iran bestätigt US-Spionageflüge

Die USA setzen unbemannte Flugkörper zur Überwachung der Atomanlagen im Iran ein, wie der iranische Geheimdienstminister Ali Junesi am Mittwoch mitteilte.

«Die Spionageaktivitäten der USA im iranischen Luftraum dauern seit langer Zeit an», sagte Junesi am Mittwoch in Teheran. Er bestätigte damit erstmals amerikanische Presseberichte über den Einsatz sogenannter Drohnen im Iran.

«Die meisten der leuchtenden Objekte, die Bewohner im Himmel über dem Iran sehen, sind amerikanische Spionagegeräte, die nukleare und militärische Einrichtungen ausspionieren», sagte Junesi. Solche Beobachtungen wurden unter anderem aus der Umgebung von Isfahan gemeldet, wo es eine Anlage zur Herstellung von Uranhexaflourid gibt, den Ausgangsstoff für die umstrittene Anreicherung von Uran.

Die iranische Regierung will nach eigenen Angaben schwach angereichertes Uran für die Energiegewinnung in Atomkraftwerken nutzen. Die USA und ihre Verbündeten befürchten jedoch, dass Teheran auch hoch angereichertes Uran für die Entwicklung von Atomsprengköpfen erzeugen könnte.

«Unsere nuklearen Aktivitäten sind offen und sehr transparent», sagte Junesi bei der Besichtigung eines ehemaligen Gefängnisses für Dissidenten während des Schah-Regimes. Er bekräftigte zugleich eine Anweisung vom Dezember vergangenen Jahres, dass alle unbekannten oder verdächtigen Flugkörper im eigenen Luftraum abgeschossen werden sollen.

Die israelische Regierung warnte am Mittwoch davor, dass der Iran innerhalb von sechs Monaten die Fähigkeit zur Herstellung von Atombomben erworben haben könnte. Bis dahin seien die eingeleiteten Tests abgeschlossen sein, sagte der israelische Aussenminister Silvan Schalom am Mittwoch vor Journalisten in London und fügte hinzu: «Dies ist nicht nur Israels Problem, sondern ein internationales Problem, da die Langstreckenraketen Europa erreichen können.»

(dapd)

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