Aktualisiert 08.12.2011 22:44

Eindringen von Drohne Iran fühlt sich durch USA provoziert

Der Iran hat die USA für das Eindringen einer Drohne in seinen Luftraum verantwortlich gemacht. Dies sei eine Provokation Washingtons gewesen. Die Schweizer Botschafterin in Teheran wurde einbestellt.

Eine Drohne vom Typ RQ170 der US-Streitkräfte will die iranische Armee abgeschossen haben. (Bild: Wikipedia/altair.com.pl)

Eine Drohne vom Typ RQ170 der US-Streitkräfte will die iranische Armee abgeschossen haben. (Bild: Wikipedia/altair.com.pl)

Der Iran hat die USA am Donnerstag offiziell für das Eindringen einer Drohne in seinen Luftraum verantwortlich gemacht. Dies sei eine «Provokation» Washingtons gewesen, hiess es in einem Bericht des Staatsfernsehens.

Das iranische Aussenministerium habe die Schweizer Botschafterin in Teheran einbestellt, die dort die US-Interessen vertritt, berichtete das Staatsfernsehen weiter. Damit wolle der Iran «gegen die Verletzung seines Luftraums protestieren».

Das Eindringen der Drohne zeige «die Steigerung der geheimen Missionen der USA zur Provokation des Iran». Teheran erwarte eine «sofortige Reaktion» seitens der USA, berichtete der Sender auf seiner Internetseite.

Auf den Fernsehbildern war die Drohne zu sehen, die offenbar noch in gutem Zustand ist, sowie zwei Kommandanten der iranischen Revolutionsgarden, welche die Maschine untersuchen. Nach Angaben des Brigadegenerals Amir Ali Hadschisadeh wurde die Drohne durch einen Cyberangriff unter iranische Kontrolle gebracht.

Die iranischen Spezialisten seien sich des «unschätzbaren Werts der technischen Daten» bewusst, die die Drohne liefern könne, erklärte der General. Ein US-Beamter hatte zuvor erklärt, er bezweifle die Fähigkeit der Iraner, die Drohnentrümmer auswerten zu können.

Der Iran hatte am Sonntag erklärt, eine US-Drohne vom Typ RQ-170 abgeschossen zu haben, die ins Grenzgebiet im Osten des Landes eingedrungen sei. Das Pentagon erklärte, keine Informationen zum Abschuss der Drohne vorliegen zu haben.

Zeitung: Geheime Mission

Die RQ-170 ist eine vergleichsweise neue Aufklärungsdrohne - die US-Luftwaffe bestätigte ihre Existenz erst im vergangenen Jahr. Medienberichten zufolge sind die Maschinen in Afghanistan im Einsatz, um Pakistan und den Iran auszuspähen.

Die «New York Times» berichtete am Donnerstag, die Drohne sei zur Ortung iranischer Nuklearanlagen im Einsatz gewesen. Es handle sich um eine der geheimsten Missionen der USA mit dem Ziel des Sammelns von Informationen über den Iran, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Mission vertraute ausländische und US-Beamte.

Die «Washington Post» berichtete, dass diese geheimen Missionen sowie Wirtschaftssanktionen gegen den Iran die wichtigsten Mittel der US-Regierung seien, um Druck auf das Land hinsichtlich seines umstrittenen Atomprogramms auszuüben. Washington habe zudem seine Waffenverkäufe an Golfstaaten und an Israel gesteigert, um für eine mögliche Militäraktion gegen den Iran gewappnet zu sein.

Obama: Keine Option vom Tisch

Nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama bleiben die Sanktionen gegen das Regime in Teheran nicht folgenlos. «Der Iran ist heute isoliert, die Welt ist geeint und wendet die härtesten Strafmassnahmen an, die der Iran je erlebt hat», sagte Obama am Donnerstag. «Sie zeigen im Inneren des Irans Wirkung.»

Der Präsident wiederholte die Haltung der USA, nach der im Atomstreit mit Teheran «keine Option vom Tisch» sei. Näher äusserte er sich allerdings nicht dazu.

(sda)

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