Atomstreit: Iran-Gespräche abgesagt
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AtomstreitIran-Gespräche abgesagt

Im Atomstreit mit dem Iran wird die Einigkeit der sogenannten Sechsergruppe immer brüchiger. Vertreter der USA und Russlands erklärten, die sechs Mächte würden aufgrund des Widerstands aus Moskau nicht wie geplant diese Woche in New York zusammenkommen.

Ein Sprecher des russischen Aussenministeriums erklärte in Moskau lediglich, es gebe keinen Grund für ein dringliches Treffen mit den übrigen Gruppenmitgliedern USA, China, Frankreich, Grossbritannien und Deutschland während der ohnehin sehr arbeitsreichen UNO-Generalversammlung in dieser Woche.

Auch das US-Aussenministerium erklärte ebenfalls kurz und bündig, es werde kein Treffen geben. Die Sechsergruppe wollte bei dem Treffen über weitere Sanktionen gegen den Iran beraten. Angesichts des ständigen Vetos von russischer Seite treten jetzt bei den Verhandlungsvertretern offenbar ernste Ermüdungserscheinungen auf.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich besorgt über die Entwicklungen der internationalen Beratungen zum Atomstreit mit Teheran. Ohne solche Treffen werde es «komplizierter, den notwendigen internationalen Druck zu entfalten», sagte Steinmeier in New York. Er hoffe und erwarte, dass das nicht das Ende der Bemühungen der Sechsergruppe sei.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der zivilen Kernenergienutzung den Bau von Atomwaffen anzustreben. Die Islamische Republik bestreitet das. Die Sechsergruppe verfolgte bislang eine zweigleisige Iran-Politik. Einerseits droht die Gruppe dem Iran mit weiteren Sanktionen, falls er sein Atomprogramm nicht offenlegt. Andererseits hat sie dem Iran ein «Anreiz-Paket» unterbreitet, wenn er den Forderungen nachkommt. (sda)

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