Aktualisiert 03.05.2006 11:46

Iran hat 4,8-prozentiges Uran angereichert

Der Iran hat die Anreicherung von Uran auf eine Konzentration von fast fünf Prozent bekannt gegeben. Bei fünf Prozent soll Schluss ein.

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamresa Aghasadeh, sagte am Mittwoch im Fernsehen, der letzte Wert betrage 4,8 Prozent. Sein Stellvertreter Mohammed Ghannadi betonte, es gebe eine Anweisung der politischen Führung, bei fünf Prozent aufzuhören. In Paris verständigten sich die Gesandten der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschlands auf die Grundzüge einer UN-Resolution gegen Teheran.

Für die Stromerzeugung wird Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,5 bis 5,0 Prozent benötigt. Am 11. April hatte der Iran erstmals bekannt gegeben, dass ein Wert von 3,6 Prozent erreicht worden sei. Laut Aghasadeh wurde dieser nunmehr auf fast fünf Prozent gesteigert. Ghannadi zufolge besteht keinerlei Absicht, über die Fünf-Prozess-Marke hinauszugehen. Dafür gebe es klare Anweisungen. Für die Herstellung von Atomwaffen ist ein Anreicherungsgrad von mehr als 90 Prozent notwendig.

Am Dienstag hatte die iranische Atomenergiebehörde die Entdecklung von mindestens drei neuen Uran-Lagerstätten in der Landesmitte bekannt gegeben, die es nunmehr zu erschliessen gelte. Am Mittwoch verwies Aghasadeh auch noch auf neue Vorkommen nahe der Küstenstadt Bandar Abbas am Persischen Golf. Es seien grosse Investitionen geplant, um diese Stätten zu nutzen. Dies gab internationalen Befürchtungen über ein mögliches iranisches Atomwaffenprogramm neue Nahrung.

Bei den Gesprächen in Paris wurde am Dienstagabend die Möglichkeit einer UN-Resolution nach Kapitel sieben erörtert, die Sanktionen ermöglichen würde, wie der französische Aussenamtssprecher Jean-Baptiste Mattei mitteilte. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. Bis zum Treffen der Aussenminister am 8. Mai in New York würden die Gespräche fortgesetzt, sagte Mattei und deutete an, dass sich die Standpunkte der USA und der Europäer annäherten. Verlautbarungen zufolge werden in dem Entwurf noch keine Sanktionen gefordert, doch gilt dies als nächster möglicher Schritt.

Der chinesische UN-Botschafter Wang Guangya erklärte in New York, er habe eine Kopie des Resolutionsentwurfs gesehen, der in Kürze dem Sicherheitsrat vorgelegt werden solle. Es handele sich um eine Kapitel-sieben-Resolution, in der Teheran als Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit bezeichnet werde. Wang deutete an, dass der Text «einige Schwierigkeiten» bereiten könnte.

Der Vorsitzende des aussenpolitischen Ausschusses im russischen Unterhaus, Konstantin Kossatschew, betonte, Moskau werde Sanktionen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht billigen. Er erwarte eine Einigung auf eine mildere Fassung beim Treffen der Aussenminister.

US-Botschafter John Bolton sagte in New York, Grossbritannien, Frankreich und die USA verhandelten mit China und Russland, um eine Blockade zu verhindern. Er hoffe, dass ein Weg gefunden werde, eine einige Front zu erzielen. Das Treffen in Paris war das erste, seit die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Freitag offiziell festgestellt hat, dass der Iran entgegen einer Forderung des Sicherheitsrats weiterhin Uran anreichert. (dapd)

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