Aktualisiert 23.01.2008 12:05

Iran: Reformer-Kandidaten ohne Chance

Rund sieben Wochen vor den Parlamentswahlen im Iran sind nach Angaben der Reformer mehr als die Hälfte der gemässigten Kandidaten abgelehnt worden. In einigen Provinzen waren es sogar bis zu 70 Prozent der Bewerber.

In anderen Landesteilen sei rund ein Drittel der Bewerber vor den mit der Kandidatenauslese betrauten Exekutivkomitees gescheitert, sagte ein Sprecher der Koalition der Reformer am Mittwoch. Im Schnitt ergebe sich daraus eine Ablehnung von etwa 50 Prozent.

Die vom Innenministerium bestellten Komitees nahmen am Montag ihre Arbeit auf. Sie überprüfen die Dossiers der mehr als 7100 Kandidaten.

Mitte Dezember hatten die reformorientierten Kräfte im Iran die Gründung einer Koalition bekanntgeben. Der Zusammenschluss vereinigt 21 Parteien. Urheber der Koalition ist der frühere iranische Präsident Mohammed Chatami, der von 1997 bis 2005 im Amt war.

Zu den beteiligten Parteien zählen auch die Verbündeten des ehemaligen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani. Die Organisation der Mudschahedin der Islamischen Revolution (Omri), die im vorherigen Parlament die Mehrheit stellte, schloss sich ebenfalls der Koalition an.

Vor der kommenden Wahl wurden laut dem Sprecher aber «praktisch alle» Kandidaten der Omri und der Islamisch Iranischen Beteiligungsfront abgewiesen.

Die Reformkräfte und die gemässigten Konservativen, die 2004 die Macht an Präsident Mahmud Ahmadinedschad abgeben mussten, hatten im Jahr 2006 bei den Kommunalwahlen mit einer ähnlichen Koalition Erfolge erzielt.

(sda)

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