Aktualisiert

Wachsende SpannungenIran schiesst im Atomstreit auf die USA

Iranische Politiker verschärfen die Rhetorik gegenüber den USA. Präsident Ahmadinedschad hat den Ausschluss der Amerikaner aus der Atombehörde IAEA gefordert.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will den Ausschluss der USA aus der IAEA. Im Bild: Ahmadinedschad zeigt auf ein Modell einer iranischen Gaszentrifuge zur Urananreicherung (9. April 2010, iranischer Nukleartag).

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will den Ausschluss der USA aus der IAEA. Im Bild: Ahmadinedschad zeigt auf ein Modell einer iranischen Gaszentrifuge zur Urananreicherung (9. April 2010, iranischer Nukleartag).

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte, Washington habe bereits Atomwaffen gegen andere Länder eingesetzt und den Einsatz weiterer Nuklearwaffen angedroht. Deshalb sollten die USA aus der IAEA ausgeschlossen werden. Zugleich verlangte Ahmadinedschad am Samstag in Teheran eine «unabhängige internationale Organisation» zur Überwachung der atomaren Abrüstung. Der iranische Präsident sprach auf einer Konferenz, die er als Gegenveranstaltung zum Anfang der Woche in Washington abgehaltenen Gipfel für atomare Sicherheit einberufen hatte.

An dem zweitägigen Treffen in der iranischen Hauptstadt kamen unter dem Motto «Atomkraft für alle, Atomwaffen für niemanden» Aussenminister aus zehn Staaten sowie Experten aus 60 Ländern zusammen. Nach Angaben der Agentur Fars waren auch die Veto-Mächte des UNO-Sicherheitsrates mit kleineren Delegationen vertreten.

Veto-Mächte im Visier

Die Veto-Mächte im Sicherheitsrat gerieten am Samstag ins Visier von Ahmadinedschad. Es könne nicht sein, dass diese Länder auch das Vetorecht über globale Entwicklungen hätten. Auch könne von ihnen eine ernsthafte nukleare Abrüstung nicht erwartet werden, sagte Ahmadinedschad in seiner Eröffnungsrede.

Beobachter sehen in der Konferenz einen neuen Versuch der iranischen Führung, ihr umstrittenes Atomprogramm als friedlich und ausschliesslich zu zivilen Zwecken ausgerichtet darzustellen. Zudem solle Teherans Erzfeind Israel wegen seines nuklearen Arsenals als Bedrohung für den Frieden in der Region an den Pranger gestellt werden.

Chamenei greift USA an

In einer Grussbotschaft an die Konferenzteilnehmer betonte der oberste geistliche Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, dass sein Land kein geheimes Nuklearwaffenprogramm betreibe. Nuklearwaffen stünden im Widerspruch zu den Lehren des Islams.

Er verurteilte zudem die «Lügen» der Regierung in Washington und nannte die USA «den einzigen Atom-Kriminellen der Welt». Die USA und ihre Verbündeten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Derzeit bemüht die US-Präsident Barack Obama um neue UNO-Sanktionen gegen Teheran. (sda)

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