Aktualisiert 02.01.2010 22:32

AtomstreitIran stellt Ultimatum - USA winken ab

Der Iran hat im Streit über sein Atomprogramm ein Ultimatum gestellt: Entweder es gibt bis Ende Monat ein Abkommen mit dem Westen, das den Tausch von iranischem angereicherten Uran gegen Brennstäbe regelt oder der Iran werde diese selber herstellen. Die USA wiesen dies zurück.

Die iranische Regierung drohte am Samstag mit der eigenen Herstellung von Kernbrennstoff. Der Westen müsse zum Vorschlag Teherans eine Entscheidung treffen, sagte Aussenminister Manutschehr Mottaki im staatlichen Fernsehen und sprach von einem «Ultimatum».

Der Iran will die Brennstäbe entweder kaufen oder im Tausch für angereichertes Uran erhalten. Ein von den Vereinten Nationen erarbeiteter Vorschlag sieht einen solchen Tausch ebenfalls vor, allerdings entsprechen die dort festgelegten Modalitäten nicht den iranischen Vorstellungen. Eine Frist bis Ende 2009 zur Annahme des internationalen Vorschlags lehnte Teheran ab.

Tauziehen um Abkommen

Nach den Vorstellungen der Vereinten Nationen soll der Iran bis zu 1200 Kilogramm seines auf 3,5 Prozent angereicherten Urans nach Russland und Frankreich liefern. Dort soll das Material zu Brennstäben für einen iranischen Forschungsreaktor verarbeitet werden. Mit der Verschiffung ins Ausland soll verhindert werden, dass Teheran sein Uran eventuell für den Bau von Atomwaffen verwendet. Aussenminister Mottaki schlug demgegenüber kürzlich die Überstellung von zunächst 400 Kilogramm Uran aus einer Atomanlage auf der Insel Kisch vor, was von den USA abgelehnt wurde.

USA lehnen iranisches Ultimatum ab

Die US-Regierung wies am Samstag das iranische Ultimatum zurück. Teheran stehe sich mit seiner Haltung im Atomstreit selbst im Weg, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Mike Hammer. Er forderte die iranische Führung erneut auf, den internationalen Vorschlag anzunehmen. (dapd)

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