Aktualisiert 09.02.2007 16:09

Iran: Sturm auf Schweizer Botschaft

Die Schweizer Botschaft in Teheran wurde heute von einer Masse wütender Demonstranten belagert. Der Protest richtete sich gegen die USA, deren Interessen die Schweiz im Iran vertritt.

Zwischen 200 und 300 iranische Studenten haben am Freitag vor der Schweizer Botschaft in Teheran gegen die US-Politik protestiert. Die Kundgebung verlief friedlich. Für das Schweizer Botschaftspersonal habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, hiess es beim EDA auf Anfrage.

Die Schweizer Botschaft wurde als Ort für die Kundgebung ausgewählt, weil die Schweiz seit 1979 die US-Interessen in Teheran vertritt. Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) beteiligten sich 200 bis 300 Menschen an der Kundgebung. Die Polizei sei präsent gewesen und habe die Lage im Griff gehabt. Für das Schweizer Personal der Botschaft habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, sagte ein EDA-Sprecher auf Anfrage.

Die Teilnehmer der Kundgebung verbrannten amerikanische und israelische Flaggen und sangen dazu: «Nieder mit den USA» und «Nieder mit Israel». Auf einem Transparent stand geschrieben: «Wir werden die US-Generäle zu Fischfutter im Persischen Golf machen.» Sie spielten damit auf die Verlegung eines zweiten amerikanischen Flugzeugträgers in die Golfregion an. Die protestierenden iranischen Studenten klagten die USA zudem an, an der Verschleppung eines iranischen Diplomaten vergangene Woche in Bagdad beteiligt gewesen zu sein. Iran hat bei den US-Truppen einen offiziellen Protest hinterlegt. Die USA dementierten aber eine Verwicklung in den Fall. Die iranische Regierung wurde zudem von den Protestierenden aufgerufen, das Nuklearprogramm trotz der Proteste fortzusetzen. Vor der Botschaft hatten Dutzende von Polizisten Stellung bezogen. Die Kundgebung verlief aber friedlich, es kam zu keinen Zwischenfällen.

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