Iran: Wächterrat gibt nach

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Iran: Wächterrat gibt nach

Der ultrakonservative Wächterrat in Iran hat am Dienstag zwei bekannte Vertreter aus dem Reformlager doch noch zur Präsidentenwahl zugelassen.

Mustafa Moin and Mohsen Mehr-Alisadeh dürften bei der Wahl am 17. Juni antreten, meldete am Dienstag das staatliche Radio. Der Wächterrat hatte zunächst nur sechs von mehr als tausend Bewerbern zugelassen.

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, ordnete daraufhin an, die Ablehnung der Kandidatur von Moin und Mehr-Alisadeh zu überprüfen.

Moin gilt als einziger Reformer mit Aussichten, die Konservativen im Rennen um die Präsidentschaft zu schlagen. Der frühere Hochschulminister soll für die Islamisch-Iranische Beteiligungsfront (IIPF) antreten, die wichtigste Reformpartei des Landes.

Mehr-Alisadeh ist zur Zeit Vizepräsident in der Regierung von Präsident Mohammed Chatami und will als unabhängiger Kandidat antreten.

In der Nacht zum Dienstag hatten rund 300 Studenten gegen den Ausschluss von Moin protestiert. Die Studenten von der Universität von Teheran seien in einem Protestmarsch in die Stadt gezogen, sagten Augenzeugen.

Dutzende von Polizisten hätten sie aufgehalten. Wenig später sei wieder Ruhe eingekehrt, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA meldete unter Berufung auf das Innenministerium, die Polizei sei angewiesen worden, keine Gewalt anzuwenden. (sda)

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