Aktualisiert 28.02.2007 15:14

Iran will «an jedem Ort» zurückschlagen

Das Pentagon hat einen Krieg zwar «bestimmt» ausgeschlossen, sollten die USA dennoch angreifen, werde sich der Iran wehren und dabei «territorial nicht eingrenzen lassen».

Das US-Verteidigungsministerium hat Berichte über angebliche Vorbereitungen eines Krieges gegen den Iran zurückgewiesen. Diese Berichte seien nicht wahr, sagte Generalstabschef Peter Pace bei einer Anhörung im US-Senat am Dienstag in Washington.

Reichweite der iranischen Shahab-3-Rakete

Pace äusserte sich bei einer Anhörung im Senat in Washington. Auf eine Nachfrage, ob er den Krieg «bestimmt» ausschliesse, antworte er: «Bestimmt».

Am Wochenende hatte der Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh in einem Artikel des Magazins «New Yorker» geschrieben, dass sich beim Generalstab eine Sondereinsatzgruppe mit den Vorbereitungen eines Luftangriffes auf den Iran beschäftige.

Darauf drohte am Dienstag der iranische Botschafter in Moskau für den Fall von US-Angriffen mit Vergeltung. Der Iran sei gegen eine Konfrontation und zu Verhandlungen über sein Atomprogramm bereit, sagte Botschafter Gholamreza Ansari in der russischen Hauptstadt.

«Aber wenn die USA uns angreifen, werden wir uns angemessen wehren und uns dabei territorial nicht eingrenzen. Das kann an jedem Ort sein», zitierte die russische Agentur RIA-Nowosti den Vertreter Teherans in Russland.

Der britische Premiermister Tony Blair warf Teheran «grobe Fehlkalkulation» vor, indem sich das Land im Atomstreit der internationalen Gemeinschaft widersetzt habe, und mahnte zur Kooperation.

Trotz drohender neuer Sanktionen bekräftigte der Iran nochmals sein Festhalten an der umstrittenen Urananreicherung. Vizepräsident Parwis Dawudi sagte, sein Land werde «bald» ein industrielles Niveau in dieser Technologie erreichten.

Der Westen verdächtigt den Iran, die Urananreicherung nicht ausschliesslich für zivile Zwecke nutzen zu wollen, sondern zum Bau der Atombombe. Eine Frist an die Teheraner Führung, die Urananreicherung einzustellen, war Mitte vergangener Woche abgelaufen.

Am Montag begannen die fünf ständigen Mitglieder des UNO- Sicherheitsrates und Deutschland in London mit der Arbeit an einem Entwurf für eine neue UNO-Resolution gegen Teheran. Unterdessen sucht China im Atomstreit eine Lösung durch Verhandlungen. (sda)

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