Iran will die Kleidermode bändigen
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Iran will die Kleidermode bändigen

Angesichts eines zunehmend liberalen Kleidungsstils im öffentlichen Leben will die iranische Regierung nun gegensteuern: Ein in erster Lesung vom Parlament gebilligter Gesetzentwurf sieht eine staatliche Kampagne für eine «iranisch-islamische» Kleidung vor.

Sondervorschriften für religiöse Minderheiten enthält der am Samstag von der Pressestelle des Parlaments veröffentlichte Text entgegen vorab bekannt gewordenen Berichten nicht.

Mit dem neuen Gesetz will die konservative Regierung unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad offenbar der seit Jahren zu beobachtenden Emanzipierung vor allem der Frauen von der strikten islamischen Kleiderordnung entgegentreten. Iranische Frauen müssen seit der islamischen Revolution von 1979 ein Kopftuch tragen und Arme und Beine ganz bedecken, vorzugsweise mit einem langen, weiten Mantel. In den letzten Jahren gingen in den Städten aber viele Frauen zu eng anliegenden Röcken oder Hosen und kurzen Jacken über, die Kopftücher sind teilweise weit hinter den Haaransatz zurückgerutscht.

Der Gesetzesentwurf sieht keine behördlichen Zwangsmassnahmen vor. Kulturministerium und staatliche Medien sollen danach jedoch eine Kampagne für islamische Kleidung starten und «die Öffentlichkeit ermutigen, davon abzusehen, Kleidungsstücke zu wählen, die der Kultur des Irans nicht angemessen sind». Zudem sollen Einfuhrzölle auf ausländische Kleidung erhoben werden. Die heimische Textilindustrie soll dagegen staatliche «Anreize», darunter Kredite, erhalten. (dapd)

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