Aktualisiert 12.01.2010 11:57

Bombenanschlag

Iran wirft USA Attentat auf Atomforscher vor

Bei einem Bombenanschlag in der iranischen Hauptstadt Teheran ist am Dienstag ein Atomforscher getötet worden. Iranische Medien machten einerseits Agenten der USA und Israels für den Anschlag verantwortlich, andererseits oppositionelle Kräfte.

Die Teheraner Generalstaatsanwaltschaft erklärte, der auf Atomenergie spezialisierte Universitätsprofessor Massud Mohammadi habe am Dienstagmorgen in sein Auto steigen wollen, als ein in der Nähe abgestelltes Motorrad explodiert sei.

Der staatliche Sender Irib meldete ohne Angabe von Quellen, zwei Autos und ein Motorrad seien «als Folge der von zionistischen und amerikanischen Agenten gelegten Bombe» schwer beschädigt und die Fenster in den umgebenden Wohngebäuden zerstört worden. Der amtlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge könnten noch weitere Menschen bei dem Anschlag getötet worden sein.

Vorwurf an Opposition

Die Atompolitik des Landes wird im Westen mit Argwohn betrachtet. Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, unter dem Vorwand der zivilen Nuklearenergie nach Atomwaffen zu streben. Diese Vorwürfe wies die Regierung in Teheran stets zurück. Die sogenannten Sechsergespräche über das iranische Atomprogramm gehen diese Woche in die nächste Runde. Ausser den fünf Veto-Mächten im UNO-Sicherheitsrat ist daran auch Deutschland beteiligt.

Auch Oppositionellen wurde vorgeworfen, hinter dem Anschlag zu stecken: Im Staatsfernsehen hiess es, der «revolutionäre Professor» sei als «Märtyrer» in einem von «Konterrevolutionären und Elementen der weltweiten Unterdrückung» verübten Anschlag getötet worden. Die Art der Explosion deute möglicherweise auf eine Urheberschaft der oppositionellen Volksmudschahedin hin.

Der Iran erlebt derzeit eine der schwersten innenpolitischen Unruhen seit der Revolution 1979. Ursache sind gewaltsame Proteste der Opposition, die von Fälschungen bei der Präsidentenwahl im Juni spricht.

(dapd)

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