Baden AG: Iraner rast mit 135 km/h – nun droht die Ausschaffung
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Baden AGIraner rast mit 135 km/h – nun droht die Ausschaffung

Nach einer Raserfahrt droht einem 18-jährigen Iraner aus Baden die Ausschaffung. Er sagt, er habe nur so schnell wie möglich in die Schule gewollt.

von
num
Der neu geschaffene Raserartikel greift bei Geschwindigkeits-Exzessen härter durch.

Der neu geschaffene Raserartikel greift bei Geschwindigkeits-Exzessen härter durch.

Am Montagmittag raste ein Neulenker mit vier Kollegen im Auto durch eine Geschwindigkeitskontrolle in Baden. Die Polizei mass eine Geschwindigkeit von 135 km/h – erlaubt sind auf dieser Strecke 60 km/h.

Eine Patrouille der Stadtpolizei konnte das Auto wenig später im Stadtzentrum anhalten. Der Iraner und seine Kameraden waren nach der Mittagspause im VW Golf auf dem Weg zurück in die Schule – was ihren Angaben zufolge der Grund für die überhöhte Geschwindigkeit war, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Auto beschlagnahmt, Untersuchung eingeleitet

Für den Lenker, einen 18-jährigen Iraner, der gemäss der Zeitung in der Region wohnt und aufgewachsen ist, könnte der Vorfall nebst einer Busse noch weit schwerere Konsequenzen haben. Der Führerschein, den er erst seit Ende Oktober besass, wurde ihm bereits entzogen, er wurde zudem vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Baden eröffnete eine Strafuntersuchung und beschlagnahmte sein Auto.

Zum Verhängnis könnte ihm der seit zwei Jahren existierende «Raserartikel» werden: Dem Iraner droht eine Freiheitsstrafe von ein bis vier Jahren. Und wer über ein Jahr Haft kassiert, dem kann auch die Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung entzogen werden. Gemäss «Aargauer Zeitung» ist es dabei egal, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wird.

Das Amt für Migration wird sich also höchstwahrscheinlich mit dem Schüler befassen müssen. Vor dem Entscheid, den 18-Jährigen auszuschaffen, stünde aber noch die Frage der Verhältnismässigkeit. Laut Amt für Migration werden dabei die Aufenthaltsdauer, die Integration und das familiäre Umfeld des Betroffenen geprüft und berücksichtigt und dem öffentlichen Interesse an der Ausschaffung gegenübergestellt.

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