Der Feind als Freund: Iraner retten US-Frachter vor Piratenattacke

Aktualisiert

Der Feind als FreundIraner retten US-Frachter vor Piratenattacke

Dass sich die beiden Staaten nicht mögen, ist wohl milde ausgedrückt. Doch im Kampf gegen Piraten hat die iranische Marine ein Schiff aus den USA unterstützt. Über die Details herrscht Unklarheit.

Piraten hatten die Maersk Texas ins Visier genommen. (Bild: Maersk Line)

Piraten hatten die Maersk Texas ins Visier genommen. (Bild: Maersk Line)

Ein US-Frachter hat im Golf von Oman bei einer Attacke von Piraten Unterstützung ausgerechnet von der iranischen Marine erhalten. Die Darstellungen über das Ausmass der Hilfe gingen am Donnerstag aber weit auseinander. Während die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, ein iranisches Kriegsschiff habe die «Maersk Texas» gerettet, sprach die US-Reederei des Frachters lediglich von Hinweisen der Iraner über Funk.

Berichten von Irna zufolge eilte die iranische Marine dem US-Schiff zur Hilfe, das von «mehreren Piratenbooten» angegriffen worden sei. Die Piraten hätten die Flucht ergriffen, sobald sie das Kriegsschiff gesehen hätten. Die «Maersk Texas» habe den Iranern daraufhin gedankt und ihre Fahrt sicher fortgesetzt. Erstmals habe die iranische Marine damit ein US-Schiff vor einem Piratenangriff geschützt, hiess es.

Öfters US-Hilfe für iranische Schiffe

Die Reederei Maersk erklärte dagegen, der Frachter habe die Attacke selbst abgewehrt. Die «Maersk Texas» sei lediglich per Funk mit der iranischen Marine in Kontakt gewesen. «Aber unser Schiff hat keinen Beistand seitens der iranischen Marine erhalten», betonte Maersk-Sprecher Kevin Steers.

Die US-Marine war in der Vergangenheit bereits mehrfach iranischen Schiffen bei Piratenangriffen zur Hilfe geeilt. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind vor allem wegen des iranischen Atomprogramms äusserst angespannt. Seit mehr als 30 Jahren gibt es zwischen den beiden Ländern keine diplomatischen Beziehungen. (sda)

Deine Meinung