Nahost: Iraner wollen Gaza-Blockade durchbrechen

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NahostIraner wollen Gaza-Blockade durchbrechen

Iran zündelt im Gaza-Konflikt: Die iranische Sektion der Hilfsorganisation Roter Halbmond will zwei Schiffe mit Helfern und Hilfsgütern zu dem Palästinensergebiet schicken.

von
pbl
Mitarbeiter des Roten Halbmond in Iran verladen Hilfsgüter für den Gazastreifen (Dezember 2008).

Mitarbeiter des Roten Halbmond in Iran verladen Hilfsgüter für den Gazastreifen (Dezember 2008).

Die Schiffe würden Ende der Woche aufbrechen, sagte der internationale Leiter des iranischen Roten Halbmondes, Abdolrauf Adibsadeh, am Montag nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.

Eines der Schiffe werde Spenden der iranischen Bevölkerung, vor allem Medikamente und Nahrungsmittel, transportieren, das andere Helfer. Freiwillige, die im Gazastreifen «dem unterdrückten Volk des besetzten Palästinas» helfen wollten, könnten sich auf der Website des Roten Halbmondes registrieren lassen, sagte Adibsadeh.

Revolutionsgarden als «Begleitschutz»?

Eine zusätzliche Eskalation droht durch die Ankündigung eines Mitarbeiters von Irans geistlichem Führer Ajatollah Ali Chamenei, über die der «Guardian» berichtet: Die Seestreitkräfte der berüchtigten Revolutionsgarden seien bereit, sich als «Begleitschutz» für künftige Hilfskonvois zur Verfügung zu stellen. Das «Angebot» dürfte in erster Linie propagandistischen Charakter haben: Den Revolutionsgarden dürfte es kaum möglich sein, mit ihren Schiffen den Suez-Kanal zu passieren.

Hilfsflotte: Zweites Video der Armee

Am Samstag war der irische Frachter «Rachel Corrie» auf dem Weg mit Hilfsgütern zum Gazastreifen von der israelischen Armee gestoppt und umgelenkt worden. Am Montag vergangener Woche hatte die Armee eine internationale Hilfsflotte für den Gazastreifen gestürmt und dabei neun pro-palästinensische Aktivisten getötet. (pbl/sda)

USA suchen neue Lösung für Gazastreifen

Die USA und ihre Verbündeten suchen nach Worten von US-Vizepräsident Joe Biden nach neuen Wegen, wie die Probleme im Zusammenfang mit dem abgeriegelten Gazastreifen besser in den Griff zu bekommen sind. Nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in Scharm-el-Scheik sagte Biden am Montag, die USA berate mit Ägypten und anderen Partner, wie man mit den «humanitären, ökonomischen, sicherheitsrelevanten und politischen Aspekten der Situation in Gaza» umgehen soll.

Zuvor hatte der französische Aussenminister Bernard Kouchner erklärt, die EU bereit, Schiffe auf dem Weg in den Gazastreifen zu kontrollieren. Voraussetzung sei, dass Israel seine Blockade des palästinensischen Gebiets beende, sagte Kouchner nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen William Hague in Paris. (ap)

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