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SelbstverteidigungIranerin hingerichtet, weil sie Vergewaltiger erstach

Eine Iranerin wurde trotz Internationalen Protesten in Teheran gehängt. Die Innenarchitektin hatte einen Geheimdienstagenten erstochen, der sie sexuell belästigt hatte.

Reyhaneh Dschabbari beteuerte sie habe ihr Opfer in Selbstverteidigung erstochen.

Reyhaneh Dschabbari beteuerte sie habe ihr Opfer in Selbstverteidigung erstochen.

Wie die Teheraner Staatsanwaltschaft am Samstag bekannt gab, wurde die junge Frau im Radschaei-Schahr-Gefängnis in der Kleinstadt Karadsch westlich von Teheran gehängt. Die UNO hat bereits mehr als 250 Hinrichtungen im Iran in diesem Jahr gezählt.

Die iranische Justiz wollte die Hinrichtung Dschabbaris verhindern, auch weil der Fall im Ausland für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Neben iranischen Schauspielern und anderen Prominenten gab es auch im Westen zahlreiche Stimmen, die eine Aussetzung der Todesstrafe für die junge Frau gefordert hatten.

Aber im Iran gilt bei Totschlag das sogenannte Ghessass-Gesetz, wonach die Familie des Opfers das Recht auf Vergeltung hat. Sie kann dann entweder auf die Hinrichtung bestehen oder den oder die Täter begnadigen. Die Familie des getöteten Mannes lehnte eine Begnadigung mehrfach ab.

Verfahrensmängel beklagt

Menschenrechtsorganisationen beklagten im Fall Dschabbari schwere Verfahrensmängel. Wichtige Beweise sollen nicht verwendet worden sein.

Der UNO-Sonderberichterstatter zur Menschenrechtslage im Iran, Ahmed Schahid, äusserte sich im April ernsthaft besorgt, dass Dschabbari kein faires Verfahren erhalten habe könnte. Das Urteil basiere möglicherweise auf durch Folter erzwungenen Geständnissen.

Das Opfer soll der frühere Geheimdienstmitarbeiter Mortesa Abdolali Sarbandi gewesen sein. Shaheed zufolge war Dschabbari von Sarbandi als Innenarchitektin engagiert worden. In seiner Wohnung soll er sie sexuell belästigt haben, woraufhin sie ihn in Selbstverteidigung erstochen habe.

Säureanschläge auf Frauen

Nach mehreren Säureanschlägen auf Frauen in der Stadt Isfahan forderte Irans Präsident Hassan Ruhani unterdessen eine Aufklärung sowie Festnahme der Täter und Hintermänner. Ruhani beauftragte damit das Innen- und Justizministerium sowie den Geheimdienst. «Das sind unmenschliche Taten», sagte Ruhani am Samstag.

Vier Frauen sollen nach offiziellen Angaben Mitte Oktober mit Säure angegriffen worden sein, weil sie angeblich die islamische Kleiderordnung verletzt haben sollen. Im Iran müssen alle Frauen in der Öffentlichkeit lange Mäntel und Schleier tragen, um Körper und Haare zu bedecken. Nach anderen Angaben sollen acht Frauen Opfer von Säureanschlägen geworden sein.

Viele Frauen im Iran nehmen die Vorschriften, wie sie sich zu kleiden haben, nicht so ernst. Alle Versuche der Sittenpolizei in den vergangenen 35 Jahren, die Vorschriften durchzusetzen, sind mehr oder weniger gescheitert. Daher kamen auch Spekulationen auf, dass die Säureangriffe eine neue Taktik bei der Durchsetzung der islamischen Kleiderordnung gewesen sein könnten.

Präsident Ruhani lehnt strenge Kontrollen auf den Strassen ab. Er warnte, dass solche Aktionen «Unruhen provozieren könnten». Für Samstag waren erneut Protestdemonstrationen geplant, unter anderem auch in Teheran. Das Innenministerium verbot diese jedoch. (sda)

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