Publiziert

Kernphysiker getötetIran macht USA und Israel für Mordanschlag verantwortlich

Der iranische Nuklearexperte Mohsen Fachrisadeh wurde in seinem Auto angeschossen. Er galt als führender Kopf des iranischen Atomprogramms. Der Iran beschuldigt Israel, hinter dem Anschlag zu stecken.

1 / 3
Der bekannte iranische Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh wurd in seinem Auto getötet. Das Auto von Mohsen Fakhrizadeh nach dem Angriff.

Der bekannte iranische Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh wurd in seinem Auto getötet. Das Auto von Mohsen Fakhrizadeh nach dem Angriff.

VIA REUTERS
Der Iran beschuldigt Israel, hinter dem Angriff zu stecken.

Der Iran beschuldigt Israel, hinter dem Angriff zu stecken.

VIA REUTERS
Fachrisadeh galt als führender Kopf hinter dem iranischen Atomprogramm.

Fachrisadeh galt als führender Kopf hinter dem iranischen Atomprogramm.

VIA REUTERS

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat den USA und Israel vorgeworfen, hinter dem Mordanschlag auf den Kernphysiker Mohsen Fachrisadeh zu stehen. «Erneut sorgten der Imperialismus und sein zionistischer Söldner für ein Blutvergiessen und den Tod eines iranischen Wissenschaftlers», sagte Ruhani am Samstag im Staatsfernsehen.

Dieser «Terroranschlag» beweise lediglich die Angst der Feinde Teherans vor dem technologischen Fortschritt der Islamischen Republik. Der Mord werde das Land jedoch nicht davon abhalten, den Weg Fachrisadehs noch konsequenter fortzusetzen, sagte der Präsident.

Fachrisadeh war am Freitag in Ab-Sard, einem östlichen Vorort der Hauptstadt Teheran, erschossen worden. Das Verteidigungsministerium in Teheran sprach von einem «Märtyrertod». Der Kernphysiker war Mitglied der Revolutionsgarden und ein Experte für die Herstellung von Raketen gewesen. Zuletzt leitete Fachrisadeh die Abteilung für Forschung und technologische Erneuerung im Verteidigungsministerium.

«Weg Fachrisadehs wird jetzt erst recht intensiver fortgesetzt»

Der iranische Atomchef Ali-Akbar Salehi versicherte am Samstag, Fachrisadehs Ermordung werde den Fortschritt des iranischen zivilen Atomprogramms weder aufhalten noch beeinträchtigen. «Der Weg Fachrisadehs wird jetzt erst recht noch intensiver fortgesetzt», sagte er.

Viele Teheraner Beobachter sahen in dem Anschlag auch einen Versuch Israels und der Regierung von US-Präsident Donald Trump, einen Neuanfang der Beziehungen zwischen Teheran und Washington zu torpedieren. «Das war nicht nur ein Anschlag auf den Professor, sondern auf die bevorstehenden diplomatischen Bemühungen beider Länder nach der Amtsübernahme von Joe Biden», twitterte der Politologe Mohsen Milani. Ähnlich sieht es die prominente iranische Journalistin Sahra Asghari. «Der Anschlag war der Preis, den der Iran für Trumps Wahlniederlage bezahlen musste.»

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
17 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Stopit

28.11.2020, 23:14

Es ist traurig wie immer wieder versucht wird gegen den Iran vorzugehen und dieses freundliche (und reich an Rohstoffen befindliche) Land ind die Knie zu zwingen.

Claudi

28.11.2020, 10:57

Jetzt ist mir ach klar, warum Pompeo nach der Wahl nach Israel gereist ist. Trump 2024 war nur ein Vorwand.

Dave H

28.11.2020, 10:41

Erinnern wir uns: Als in Russland angeblich ein Regierungskritiker durch einen angeblichen Anschlag Gratisferien in Deutschland gewonnen hatte, was gab es da? Internationaler Aufschrei, Drohungen, Sanktionen gegen die angeblichen Verantwortlichen. Das Anschlagsopfer im Iran ist jetzt allerdings nicht in Ferien, sondern liegt im Grab. Jetzt sperre ich die Ohren auf, höre aber weder einen internationalen Aufschrei noch von Drohungen oder Sanktionen gegen den mutmasslichen Verantwortlichen. Meint Ihr, das kommt noch? Oder werden da etwa verschiedene Massstäbe angelegt? Dürfen unsere "Freunde" tun, was wir bei anderen aufs Schärfste verurteilen?