Trotz Sanktionen: Iranischer Atomreaktor ist in Betrieb
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Trotz SanktionenIranischer Atomreaktor ist in Betrieb

Iran hat den umstrittenen Atomreaktor in Buschehr hochgefahren. Das Land umgeht damit verhängte UN-Sanktionen. Die Kritik liess nicht lange auf sich warten.

Der Atomreaktor im iranischen Buschehr ist nach Angaben der russischen Herstellerfirma in Betrieb gegangen. Die Kernspaltung habe am Sonntag bereits begonnen, teilte das russische Staatsunternehmen Atomstrojexport am Dienstag mit, obwohl dies erst auf August angekündigt gewesen war.

Der Reaktor sei auf ein «kontrolliertes, minimales Energieniveau» hochgefahren worden, hiess es in der Mitteilung. Nun würden die Kontroll- und Schutzsysteme des Reaktors überprüft.

Die Inbetriebnahme des Kernreaktors in Buschehr war bereits mehrfach verschoben worden. Zuletzt mussten die Brennelemente entfernt werden, weil sie möglicherweise mit Metallpartikeln verschmutzt waren.

Verstoss gegen UN-Sanktionen

Derweil kritisiert die UNO Irans Vorgehensweise. Das Land umgehe mithilfe von Strohfirmen, geheimen Finanztransaktionen und verdeckten Transporten die wegen des umstrittenen Atomprogramms gegen das Land verhängten Sanktionen. Das geht aus einem Bericht der UNO hervor, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt.

Zwar hätten die UN-Sanktionen die Beschaffung der Materialien für das Atom- und Raketenprogramm schwerer, teuerer und risikoreicher gemacht, schreiben die Experten in dem Report. «Gleichzeitig umgeht Iran vorsätzlich die Sanktionen in allen Bereichen. Iran hält an seinen Programmen zur Uran-Anreicherung und zur Herstellung von schwerem Wasser fest», heisst es dort weiter.

(dapd)

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