Lara Gut-Behrami zum Rennabbruch : «Irgendwann geht es einfach nicht mehr»
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Lara Gut-Behrami zum Rennabbruch «Irgendwann geht es einfach nicht mehr»

Lara Gut-Behrami beendete das letzte Saisonrennen in der Lenzerheide nach wenigen Toren. In einem Interview erklärte die Riesen-Weltmeisterin ihre Entscheidung.

von
Sven Forster
Adrian Hunziker

Hier bricht Gut-Behrami das Rennen ab.

Video: SRF

Darum gehts

  • Lara Gut-Behrami hat den Riesenslalom nach wenigen Toren abgebrochen.

  • In einem Interview mit SRF erklärte sie den Grund.

  • Sie fühlte sich nicht wohl und wollte die Saison gesund beenden.

Nach rund drei Sekunden und wenigen Toren war das letzte Saisonrennen für Lara Gut-Behrami bereits wieder beendet. Im Netz gab es diverse Spekulationen, warum sich Gut-Behrami so aus der Saison verabschiedet hat.

In einem Interview mit dem «SRF» nimmt die Tessinerin Stellung. Es sei schwierig, die Spannung nach Grossanlässen wieder zurückzukriegen, so Gut-Behrami. Die 29-Jährige weiter: «Auf der einen Seite will man unbedingt fahren, auf der anderen Seite haben mir Stimmen im Kopf gesagt, es ist zu viel.»

Trotzdem sei sie an den Start gegangen, weil sie es probieren wollte. «Ab und zu redet man sich ein, dass es nicht mehr geht, aber beim Start und mit dem Adrenalin funktioniert es trotzdem. Heute war das überhaupt nicht der Fall.» Die Piste sei auch schwierig gewesen und man könne sie nicht einfach locker hinunterfahren. Gut-Behrami verglich die Situation mit dem Rennen, bei dem sie sich vor vier Jahren schwer verletzt hatte. «Das letzte Mal, als ich es mit der Brechstange probiert habe, riss ich mir das Kreuzband. Daraus habe ich gelernt, lieber zwei Kurven weniger zu fahren und die Saison dann gesund zu beenden.»

«Es tut mir leid»

Der Tessinerin tut es leid, dass es anschliessend zu Diskussionen wegen ihres Ausscheidens kam. Sie sagt jedoch auch: «Wir sind Athleten, aber es ist, glaube ich auch, verständlich, dass es irgendwann nicht mehr geht. Über die Saison zieht Gut-Behrami ein positives Fazit. «Es ist schön, dass ich wieder so fahren kann, wie ich will», so die 29-Jährige. Nun will sie ein bisschen abschalten. «Ich freue mich auf ein bisschen Ruhe.» Im April soll wieder getestet werden.

Für Gut-Behrami wäre nur noch der Tagessieg dringelegen. Den Kampf um den Gesamtweltcup hatte sie bereits am Samstag verloren, da die führende Petra Vlhova im Slalom punktete und somit mehr als 100 Punkte Vorsprung vor dem letzten Rennen – dem Riesenslalom am Sonntag – aufwies. Die kleine Kristallkugel des Riesenslaloms hatte sich die Italienerin Marta Bassino bereits vor dem letzten Rennen gesichert.

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Lara Gut-Behrami bei der Siegerehrung vom Gesamtweltcup. 

Lara Gut-Behrami bei der Siegerehrung vom Gesamtweltcup.

REUTERS
Gut-Behrami und Michelle Gisin klassieren sich hinter Petra Vlhova. 

Gut-Behrami und Michelle Gisin klassieren sich hinter Petra Vlhova.

REUTERS

Schweiz holt sich Nationenwertung

Die Schweiz doppelt nach. Wie schon in der vergangenen Saison gewinnt die Schweiz die Nationenwertung. Total fuhren die Schweizer Athletinnen und Athleten 10’087 Punkte ein. Mit 876 Punkten Rückstand landet Österreich auf dem zweiten Platz. Weit zurück, aber dennoch auf dem Podest klassiert sich Italien.

Die Männer steuerten deutlich mehr Punkte bei als die Frauen – dies aber nur, weil vier Rennen mehr bestritten wurden. Für den grossen Unterschied zu den Österreichern sorgen die Frauen. Gut-Behrami, Gisin und Co. fuhren nämlich über 800 Punkte mehr ein als jede andere Nation. Vor den beiden Triumphen der Schweiz hatte Österreich die Nationenwertung 30 Mal in Serie gewonnen.

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