Strafgericht BS: «Irgendwann knalle ich sie ab»
Publiziert

Strafgericht BS«Irgendwann knalle ich sie ab»

Ein Rentner drohte im Januar, auf Schüler des Basler Wirtschaftsgymnasiums zu schiessen, nachdem er sich durch Böller belästigt gefühlt hatte, die in seiner Nähe gezündet worden waren. Die Polizei stellte bei ihm zu Hause mehrere Schusswaffen sicher.

von
Lukas Hausendorf
1 / 7
Ein Rentner drohte am 9. Januar 2020, eines Tages von seinem Balkon auf Schüler des Wirtschaftsgymnasiums zu schiessen. Der Mann, der direkt neben dem Schulareal wohnt, beschwerte sich am Telefon beim Rektor, weil Schüler Knallkörper gezündet hätten.

Ein Rentner drohte am 9. Januar 2020, eines Tages von seinem Balkon auf Schüler des Wirtschaftsgymnasiums zu schiessen. Der Mann, der direkt neben dem Schulareal wohnt, beschwerte sich am Telefon beim Rektor, weil Schüler Knallkörper gezündet hätten.

bs.ch
Der Rektor brachte den Fall zur Anzeige. Am 15. Januar marschierte die Polizei beim Rentner auf und beschlagnahmte ein eindrückliches Waffenarsenal.

Der Rektor brachte den Fall zur Anzeige. Am 15. Januar marschierte die Polizei beim Rentner auf und beschlagnahmte ein eindrückliches Waffenarsenal.

KEYSTONE
So besass der 66-Jährige ein Winchester-Gewehr und 37 dazugehörige Patronen. (Symbolbild)

So besass der 66-Jährige ein Winchester-Gewehr und 37 dazugehörige Patronen. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Im Januar drohte ein Anwohner dem Rektor des Basler Wirtschaftsgymnasiums, auf Schüler zu schiessen.
  • Der Rentner fühlte sich durch Lärm, den die Schüler verursachten, belästigt.
  • Die Polizei stellte drei Schusswaffen bei ihm zu Hause sicher.

Mehrere Knallkörper sollen Schüler des Basler Wirtschaftsgymnasiums am 9. Januar dieses Jahres vormittags um 11.30 Uhr gezündet haben. Da reichte es einem Anwohner, der angrenzend zum Schulgelände wohnt. «Mit erregter Stimme», wie es in der Anklageschrift der Basler Staatsanwaltschaft heisst, rief er um 11.54 Uhr den Rektor des Gymnasiums an und beschwerte sich. Nicht zum ersten Mal.

Seit Jahren gehe das so. Ob man die Schüler denn nicht im Griff habe. «Das ist eine verdammte Sauerei, und nie ändert sich etwas», redete sich der 66-Jährige in Rage. Der Rektor probierte ihn zu beruhigen und versprach, die Situation abzuklären. «Da gibt es nichts abzuklären», fuhr ihm der Beschuldigte dazwischen. Dann verlor er die Fassung.

«Irgendwann stehe ich mit einer Flinte auf dem Balkon und knalle diese Arschlöcher ab», drohte er und legte auf. Mit dieser Aussage habe der Beschuldigte den Rektor und die Schüler absichtlich in Schrecken versetzen wollen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Der Rektor nahm diese Drohung ernst und brachte den Fall nach Absprache mit dem Erziehungsdepartement am 13. Januar zur Anzeige. Am Freitag wird der Fall nun vor dem Basler Strafgericht verhandelt.

In der Folge marschierte die Polizei beim Rentner auf. Und es zeigte sich: Der Mann verfügte über ein beeindruckendes Waffenarsenal. Ein Winchester-Gewehr, ein Revolver von Ruger und eine SIG-Pistole wurden beschlagnahmt. Zu allen Schusswaffen war Munition vorrätig. Zudem stiess die Polizei auf einen Kaufvertrag für einen Smith&Wesson-Revolver, nicht aber die Waffe selbst.

Die Staatsanwaltschaft beantragt dem Strafgericht, den Rentner wegen versuchter Nötigung sowie versuchter Schreckung der Bevölkerung zu einer bedingten Freiheitsstrafe über acht Monate zu verurteilen. Die beschlagnahmten Waffen sollen zudem dauerhaft eingezogen werden.

Deine Meinung