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Fahrende bei LondonIrischem Wandervolk droht Zwangsräumung

Die Siedlung, in der sich die irischen Fahrenden seit vielen Jahren in der Nähe von London niedergelassen haben, sei illegal. Die Behörden von Essex wollen dem Lager der «Pavee» nun ein Ende setzen.

Mit einer einstweiligen Verfügung haben sich Mitglieder des Wandervolks der Irischen Traveller - oder Pavee - in letzter Minute gegen eine Zwangsräumung gewehrt. Nach Anordnung des Obersten Gerichtshofs vom Montag ist es den örtlichen Behörden untersagt, vor einer weiteren Anhörung am Freitag Autos und Wohnwagen aus der Siedlung Dale Farm zu entfernen. Vor der Entscheidung hatten die Irischen Traveller in Dale Farm östlich von London Barrikaden errichtet und sich an Autos gekettet, um die Zwangsräumung zu verhindern.

In der Siedlung erschienen am Montag etwa 20 behelmte Gerichtsvollzieher. Ein Beamter verlas eine kurze Stellungnahme, in der die Pavee gefragt wurden, ob sie die Barrikaden abbauen würden. Anschliessend zogen sich die Gerichtsvollzieher wieder zurück.

Zuvor hatten die örtlichen Behörden einen zehn Jahre langen Rechtsstreit gegen die 86 Familien gewonnen, die ohne Erlaubnis in Wohnmobilen auf dem 50 Kilometer von London entfernten Areal leben. Der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung rief die Behörden zu einer friedlichen Lösung auf. Auch die Schauspielerin Vanessa Redgrave hatte sich für die Gruppe eingesetzt.

Die Pavee - eine nomadisch lebende Gruppe irischen Ursprungs, die unter anderem in Grossbritannien und den USA lebt - wirft den Behörden eine ethnische Säuberung vor. (dapd)

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