Finanzkrise: Irland will Banken unter die Arme greifen
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FinanzkriseIrland will Banken unter die Arme greifen

Die irische Regierung will den schwer angeschlagenen Finanzsektor des Landes mit weiteren knapp 22 Milliarden Euro stützen.

Das Geld, das grösstenteils vom Steuerzahler kommt, soll den Banken dabei helfen, die strengeren Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen, mit denen die Regierung die Bankenkrise in den Griff bekommen will.

Finanzminister Brian Lenihan kündigte am Dienstag ausserdem die Bedingungen für die erste Tranche von faulen Krediten an, die die angeschlagenen Banken an die neue «Bad Bank» - die National Asset Management Agency (NAMA) - übertragen können. Abschläge von 35 bis 58 Prozent würden die Banken zwingen, Milliardenverluste abzuschreiben, sagte Lenihan. Die Banken müssten diese Verluste nun im Vorfeld anerkennen. «Wir haben jetzt einen klaren Weg zur Rettung des Bankensystems», sagte er.

Die Bankaktien waren am Montag dramatisch eingebrochen. Die Aktien der Allied Irish Bank (AIB) verloren fast 20 Prozent, Bank of Irland (BOI) über 10 Prozent. Am Dienstag sackten AIB dann noch einmal um knapp 9 Prozent ein, BoI um fast 3 Prozent. Beide Finanzhäuser müssen im Laufe dieser Woche ihre Bilanz für 2009 vorlegen.

Die irische Finanzaufsicht verschärfte unterdessen die Eigenkapitalanforderungen an die Banken. Bis Ende des Jahres müssen die Finanzinstitute eine Kernkapitalquote von 8 Prozent erreichen.

Irland ist von der Weltfinanzkrise besonders hart getroffen worden. Es gab bereits mehrere Rücktritte von Bankvorständen, der frühere AIB-Chef Sean FitzPatrick wurde vor kurzem vorübergehend festgenommen. Gegen ihn und seinen Finanzdirektor William McAteer laufen Ermittlungen. (dapd)

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