Car of the Week: Iron Man's Marsraker
Aktualisiert

Car of the WeekIron Man's Marsraker

Während die bereits etwas länger etablierte Autowelt noch überlegt, wie man Elon Musk zum Mond schiessen könnte, zieht der wieder einmal schneller und schiesst Richtung Mars. Und zwar einen Tesla Roadster.

von
Michael Köckritz
Elon Musks persönlicher Roadster sitzt in der Kapsel der SpaceX Falcon Heavy. Im riesigen Laderaum wäre Platz genug für Teslas gesamte Modellpalette gewesen. Genug Power hätte sie schon – das maximale Payload Gewicht liegt bei 63.800 Kilo.

Elon Musks persönlicher Roadster sitzt in der Kapsel der SpaceX Falcon Heavy. Im riesigen Laderaum wäre Platz genug für Teslas gesamte Modellpalette gewesen. Genug Power hätte sie schon – das maximale Payload Gewicht liegt bei 63.800 Kilo.

SpaceX
Die Falcon-Heavy-Rakete ist die leistungsstärkste Raumfahrrakete der Welt und könnte eine vollbeladene Boeing 737 ins All transportieren.

Die Falcon-Heavy-Rakete ist die leistungsstärkste Raumfahrrakete der Welt und könnte eine vollbeladene Boeing 737 ins All transportieren.

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Für alle Aliens gibt es ein kleines grünes Metallschildchen mit dem eingravierten Hinweis «Made on Earth by humans».

Für alle Aliens gibt es ein kleines grünes Metallschildchen mit dem eingravierten Hinweis «Made on Earth by humans».

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Mit David Bowies «Space Oddity» als Hintergrundmusik sitzt «Starman» am Steuer eines Midnight-Cherry roten Tesla Roadsters und ist auf dem Weg zum Mars. «Starman» ist ein CrashTest-Dummy im offiziellen SpaceX Raumanzug. Für alle Aliens gibt es ein kleines grünes Metallschildchen mit dem eingravierten Hinweis «Made on Earth by humans». Das Armaturenbrett des kleinen Roadsters schmückt ein knallgelbes Überraschungs-Ei mit einem Mini-Tesla im Innern als Preis. Das Display in der Mitte empfiehlt «Don't Panic.» Starman bleibt entsprechend gelassen. Da hat einer nicht nur wunderbare Visionen, sondern auch einen besonderen Humor. Und klar, dass die Bilder diese Woche um die Welt gingen. War ja auch beabsichtigt.

«Wir entschieden uns, etwas Ungewöhnlicheres zu tun»

Der Tesla gehört Elon Musk, ebenso wie die Falcon Heavy Rakete, die den Elektro-Roadster im Paket mit frisch gezündeten Zukunftsfantasien zum offenen Weltraum-Stromer beschleunigte. Die üblichen Messinstrumente oder Massensimulatoren an Bord von Testraketen waren dem Publicity-erfahrenen Freidenker und Chef von SpaceX, Tesla und kalifornischen Tunnelbohrern/ Feuerwerfern zu langweilig für einen Publicity-Stunt zum Jungfern-Start seiner Super-Rakete. «Deshalb entschieden wir uns, etwas Ungewöhnlicheres zu tun, etwas, das unsere Emotionen weckt,» sagt Elon Musk auf seiner Website.

Die Bilder seiner jubelnden Mannschaft nach dem erfolgreichen Start, der Wiedereintritt und die (fast) zielgenaue Landung der drei SpaceX Raketen nach getaner Arbeit und schliesslich das Feed der Webcam, das einen offenen Roadster Hunderte von Kilometern über der Erde zeigt, geben ihm letztendlich recht.

Mehr sexy geht nicht im Geschäft mit Autos und Raketen.

Die Falcon-Heavy könnte eine Boeing 737 ins All transportieren

Untertreibungen sind dem ultimativen HighTech Showman, der das Vorbild für Tony Stark, Hauptfigur der Science-Fiction-Serie «Iron Man» geliefert haben soll, eh fremd. Den eigenen Sportwagen auf eine Reise zum Mars zu schicken, verlangt allerdings auch nach Substanz. Die Falcon-Heavy-Rakete ist die leistungsstärkste Raumfahrrakete der Welt und könnte eine vollbeladene Boeing 737 ins All transportieren. Der Tesla Roadster erreicht mit diesem Anschub eine Höchstgeschwindigkeit von 40000 km/h – und das vollkommen autonom – und beschleunigt von 0 auf 1000 km/h in 53 Sekunden. Eine Milliarde Jahre soll die Reise dauern. Wer redet da noch von «range anxiety» und Aufladezeiten?

Musks Tesla Roadster ist auf dem Weg zum Mars

Die Falcon Heavy startete erfolgreich.

Und schliesslich hat es Elon Musk auch geschafft, uns mit Hybrid 2.0 bekannt zu machen. Sein E-Sportwagen ist nicht nur das erste Serienauto im Weltraum (die drei Mond-Rover waren bekannterweise Einzelexemplare). Der Welten-reisende Tesla ist das erste Raketen-unterstützte Elektromobil, und damit leistet der Tesla Roadster, ursprünglich entwickelt von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, noch ein Mal Pionierarbeit für die Ewigkeit.

Tesla Roadster 2.0 soll 2020 auf den Markt kommen

Vor genau zehn Jahren wurde das erste Produktionsmodell des Roadsters an Boss Elon ausgeliefert, genau jener kirschrote Tesla, der jetzt in einer Umlaufbahn um die Sonne auf dem Weg zum Mars ist. Zwei Jahre zuvor pilotierte der damalige Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, den Protoypen über die Startbahn des Flughafens von Santa Monica, und läutete damit eine neue Ära im Automobilbau ein. Eine mit Lithium-Ion Batterien vollgeladene Lotus Elise eröffnete das Zeitalter serienreifer E-Mobile. Das Fahrzeug schaffte im Jahr 2008 die 0 auf 100 in unter vier Sekunden, hatte eine Reichweite von über 300 Kilometern und der Sound erinnerte an eine Nähmaschine auf Speed. Während der vier Jahre Bauzeit wurden 2450 Roadster in 30 Ländern der Welt verkauft. Ein Exemplar ging an Schwarzenegger, ein weiteres an George Clooney.

Das Nachfolgemodell, den Tesla Roadster 2.0, stellte Elon Musk im November 2017 vor. Der soll 2020 auf den Markt kommen. Mal sehen, ob der dann nicht nur wie sein Vorgänger (vielleicht) einmal auf dem Mars, sondern auch beim Publikum auf der Erde einschlägt.

ramp begeistert seit mehr als zehn Jahren als stilprägendes, opulentes Coffeetable-Magazin, indem es die Welt des Autos mit der Liebe zum Leben und der Lust auf Mode, Kultur und Design verbindet. So wurde es auch ganz nebenbei zum meist ausgezeichneten Automagazin der Welt. ramp-Herausgeber und Chefredakteur Michael Köckritz stellt wöchentlich seinen «Car of the Week» auf 20min.ch vor. Jeden Freitag.

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