Aktualisiert 20.10.2011 15:11

Drama von ZanesvilleIrrer Zoobesitzer lieh Heidi Klum sein Löwenbaby

Der Besitzer eines Privatzoos liess im US-Staat Ohio Dutzende Raubtiere frei und erschoss sich dann selbst. Der Mann hatte seine Tiere auch schon für Fotoshootings angeboten.

von
kmo

Die Lage in Zanesville, Ohio, ist wieder unter Kontrolle. Die Polizei hat insgesamt 49 entlaufene Zootiere erschossen. Lebend gefangen wurden nur wenige, diese hat man in den Zoo der Hauptstadt Columbus gebracht. Flüchtig ist noch ein Affe, wobei die Polizei vermutet, dass dieser aufgefressen wurde: Die Männer haben inzwischen einen Kadaver entdeckt – wahrscheinlich handelt es sich um den vermissten Affe.

Grosswildjagd in der Kleinstadt

Der Besitzer des Privatzoos, Terry Thompson, hatte gestern Nachmittag die Käfige der Tiere geöffnet und sich dann selbst erschossen. Seither war in der Kleinstadt eine regelrechte Grosswildjagd im Gang. 18 Tiger, 17 Löwen, acht Bären, drei Pumas, zwei Wölfe und ein Pavian haben die Ordnungshüter erschossen.

Die Polizei rechtfertigte den Einsatz von scharfer Munition damit, dass die Zeit knapp gewesen sei und 25 000 Einwohner bedroht waren. «Unser grösstes Problem war, dass es nur noch rund eine, maximal eineinhalb Stunden bis zum Sonnenuntergang dauerte», sagte Sheriff Matt Lutz gestern Nacht der Presse. Versuche, einige der Tiere mit Betäubungsgewehren schachmatt zu setzen, seien gescheitert.

Ein Löwenbaby für Heidi Klum

Terry Thompson war den Behörden seit Jahren bekannt. Der 62-Jährige sass bis zum 30. September wegen unerlaubten Waffenbesitzes im Gefängnis. Ausserdem war er bereits im Jahr 2005 wegen Tierquälerei verurteilt gewesen. Er habe schon mehrmals damit gedroht, seine Tiere freizulassen, vor allem dann, wenn die Behörden seinen Zoo inspizieren wollten.

Zu einiger Berühmtheit kam Thompson bereits im Jahr 2008. Damals überreichte er Heidi Klum ein Löwenbaby für ein Fotoshooting. Die Online-Ausgabe des People-Magazins «X17» veröffentlichte ein Paparazzi-Video der Szene in New York. Es ist anzunehmen, dass dieses Tier gestern ebenfalls erschossen wurde.

Das Grundstück der Farm war am 19. Oktober mit den Kadavern dutzender, getöteter Zootiere übersät. Bei der Notrufzentrale gingen mehrere Anrufe besorgter Bewohner ein:

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